13.02.2020

Raiffeisen Rhein-Ahr-Eifel lud zur Ackerbautagung nach Rheinbach ein

Foto: Dr. Elisabeth Legge

Ob Agrarwende, Energiewende oder Klimaschutz – die Ackerbauern sind gefordert. Wie stark sich ein erfolgreicher Ackerbaubetrieb verändern muss, das stand im Mittelpunkt der traditionellen Ackerbautagung der Raiffeisen Rhein-Ahr-Eifel (RRAE) am Freitag vergangener Woche in Rheinbach.

Der Klimawandel ist längst da. Dies hat sich insbesondere in den vergangenen beiden Jahren gezeigt. „Die Wetterextreme nehmen zu“, erläuterte Franz-Josef Schockemöhle, Geschäftsbereichsleiter Land und Gartenbau der Landwirtschaftskammer NRW. Und die Landwirte sollten reagieren, damit sie mit den Folgen des Klimawandels zurechtkommen. „Die Anpassungsmaßnahmen sind eigentlich bekannt, aber wichtig ist, dass sie jetzt auch wirklich angewendet und umgesetzt werden“, machte Schockemöhle unmissverständlich deutlich.

Zu den pflanzenbaulichen Anpassungsmöglichkeiten gehöre unter anderem die Anbaudifferenzierung, sprich die Fruchtfolgegestaltung. Nach Möglichkeit sollte ein Mix aus früh-, mittel- und spätreifen Sorten eingesetzt werden und die Aussaatstärke angepasst werden. Große Bedeutung komme auch der Bodenbearbeitung zu, so der Geschäftsbereichsleiter. Es sollten standortgerechte Bodenbearbeitungssysteme eingesetzt und Bodenverdichtungen durch schonendes Befahren und Bearbeiten vermieden werden. Außerdem riet der Fachmann zur Mulch- und Direktsaat, da das Pflügen viel Wasser kostet. Wichtig sei auch, die N-Effizienz zu erhöhen, insbesondere der organischen Dünger. Die Mineraldünger müssten auf Dauer reduziert werden. „Wir brauchen den organischen Dünger, um den Humusaufbau unserer Böden zu verbessern. Dann wird der Ackerbauer etwas unabhängiger von den Wetterex-tremen“, betonte Schockemöhle.

Es gibt eine Reihe relevanter umwelt- und klimapolitischer Neuerungen, die die Landwirtschaft treffen. Aber wie wirken sie sich ökonomisch aus? „Viele davon werden sich negativ auswirken“, meinte Bernhard Osterburg, Stabsstellenleiter Boden und Klima beim Bundesforschungsinstitut Thünen. Die Einbußen durch die Düngeverordnung beispielsweise bezifferte er beim Einsatz von Urease-Inhibitoren in Harnstoff/AHL auf 12 bis 15 €/ha und bei Reduzierung der N-Düngung um 20 % vom Düngebedarf in nitratbelasteten „roten Gebieten“ auf 40 bis 50 €/ha. „Es ergeben sich aber auch durchaus Chancen durch Effizienzsteigerung und Entwicklung neuer Technologien“, zeigte sich Osterburg überzeugt. Dafür sei ein neues Denken gefragt. So könne man über die Dekarbonisierung von N-Düngern nachdenken.

Ackerbauern sind nicht nur mit pflanzenbaulichen und ökonomischen He-rausforderungen konfrontiert, sondern auch mit kritischen Verbrauchern und Medien. Eine Reihe Tipps für eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit gab Dietrich Holler, Inhaber der Berliner Kommunikationsagentur Vox Viridis (Grüne Stimme). „Vor allen Dingen haben Sie keine Angst vor den Journalisten“, betonte der Experte. Er habe den Eindruck, das Bauernbashing habe in der jüngsten Zeit abgenommen. Holler animierte die Landwirte, auf Journalisten zuzugehen. „Hier ist Ihre Initiative angesagt! Sichern Sie sich den Kontakt zu den lokalen Medien“, lautete sein Appell. Er appellierte vor allen Dingen an die Landwirte, nicht so viel zu jammern, sondern den Journalisten Storys zu erzählen. „Stellen Sie doch die Technik nach vorne. Die Leute wollen unterhalten werden und Technik begeistert viele“, betonte Holler. Er warb auch dafür, dass verstärkt die Frauen in den Betrieben Öffentlichkeitsarbeit betreiben sollten und in den Medien erscheinen. „Glauben Sie nicht immer, dass die Medien auf Sie zukommen. Sie als Landwirt sollten selbst Themen besetzen und auf die Journalisten zugehen“, so sein abschließender Appell. el


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