12.02.2020

RhLV-Hauptausschuss tagte in Straelen

Foto: Sabine Aldenhoff

Viele Themen beschäftigen die rheinischen Landfrauen in diesem Jahr, was sich auf der Hauptausschusssitzung des Rheinischen LandFrauenverbandes (RhLV) am Dienstag vergangener Woche in Straelen widerspiegelte: die aktuelle Agrarpolitik mit ihren Traktordemos, die Vorbereitungen für die Landesgartenschau und den Deutschen LandFrauentag sowie eine erste Ideensammlung für das neue Schwerpunktthema „Nachhaltigkeit“, das ab 2021 der Bienenkampagne folgen soll. Unter der motivierenden Leitung von RhLV-Präsidentin Jutta Kuhles diskutierten, planten und informierten sich Präsidiumsmitglieder, Bezirks- und Kreisvorsitzende sowie Kreisgeschäftsführerinnen im Gartenbauzentrum Straelen der Landwirtschaftskammer NRW.

Berufsständische Verbandsarbeit

Ausführlich informierte Jutta Kuhles die Landfrauenvertreterinnen über Aktuelles aus der Verbandsarbeit: „Das Hauptthema, das uns zurzeit alle bewegt, ist die Agrarpolitik und damit verbunden die Stimmung auf den Betrieben und der Familien im ländlichen Raum.“ Seit den Wahlen sei das Präsidium viel unterwegs gewesen, Gespräche rund um die Bauernproteste hätten viel Raum gefordert. Aber man habe auch erreicht, dass „wir Landfrauen ins Ministerium eingeladen wurden. Dort hatten wir ein sehr konstruktives Gespräch mit Ministerin Heinen-Esser. Unsere Sicht der Dinge zur GAP, zur Lage auf den Betrieben, zur gesellschaftlichen Wertschätzung, aber auch zu Bildungsmaßnahmen finden Gehör.“ Als „Werbeaufreger des Jahres“ bezeichnete die Präsidentin die Katjes-Werbung, jüngst gefolgt von Edeka. Gemeinsam mit WLLV-Präsidentin Regina Selhorst habe sie einen Brief an Katjes geschrieben, der unbeantwortet geblieben sei. Die Gegenwehr der Landwirtschaft habe Katjes allerdings viel mediale Aufmerksamkeit beschert. „Leider ist unsere berechtigte Kritik oft ein Werbeverstärker und führt eher selten zur Einsicht bei den Unternehmen!“, gab Kuhles zu bedenken. Gegenseitiger Austausch im „Aktionsbündnis Ländlicher Raum“ sowie ein Gespräch mit Ministerpräsident Laschet zur Situation der Landwirtschaft in NRW verdeutlichen die derzeit schwierige Situation.

Außerdem informierte die RhLV-Präsidentin  über die NRW-Initiative „Außerfamiliäre Betriebsnachfolge“, für die bei der Landwirtschaftskammer eine Vertrauensstelle eingerichtet werden soll mit Ansprechpartnern für Familien, die einen Hofnachfolger suchen, sowie für Inte­ressenten, die einen Hof suchen. Apropos „suchen“: Freudig konnte Kuhles mitteilen, dass die von der Rentenbank geförderte Broschüre „Junge Talente fürs Ehrenamt im LandFrauenverband“ fertiggestellt ist (siehe Kasten). Weiteres Thema: Die Verbraucherzentrale plant 2020 wieder ein Dialogforum mit Vertreterinnen der Landfrauen aus NRW, wie es 2018 erstmals stattfand. Diesmal unter dem Thema „Welchen Einfluss hat der Handel?“.

Planung Landesgartenschau

Über den Stand der Planungen für die Beiträge der Landfrauen bei der Landesgartenschau Kamp-Lintfort, die vom 17. April bis 11. Oktober stattfinden wird, informierten RhLV-Geschäftsführerin Renate Carstens und Waltraud Krüger, Vorsitzende des Kreisverbandes Wesel, der stark engagiert und involviert ist. Es wird einen Stand des RhLV geben, eine LandFrauen-Blumenwiese sowie einen LandFrauen-Aktionstag am 12. September. Auf einer bereits jetzt mit Rollrasen begrünten Wiese kann jeder Ortsverband eine selbst hergestellte Blume aufstellen, was keinen direkten Bezug zur Bienenkampagne hat, sondern die ganze Kreativität und Vielfalt der Landfrauen spiegeln soll. Der Stand der Landfrauen in einer Halle in der Nähe der Blumenwiese wird am Wochenende stets besetzt sein, was überwiegend vom Kreisverband Wesel geleistet wird. Für die Besucher werden am Stand Aktionen, wie ein Bienen-Quiz, ein Test „Ist mein Garten bienenfreundlich?“ oder das Verteilen von Samentüten, geboten. Darüber hinaus wird über Aktionen der Landwirtschaft zum Bienenschutz sowie über bienenfreundliche Blumen, Stauden und Pflanzen informiert.

Beim LandFrauen-Aktionstag am

12. September sind dann alle rheinischen Kreisverbände aktiv. Die Besucherattraktionen finden teils in und teils vor der Halle statt. Thema ist die Biene in all ihren Facetten. Zusätzlich zu den bereits genannten Angeboten wird es unter anderem Einblicke in die Imkerarbeit geben, Honig wird verkostet und verkauft und die heilende Wirkung von Bienenprodukten vorgestellt.

Vorbereitung Deutscher LandFrauentag

Innerhalb von zwei Stunden waren sie weg, die 5 000 Karten für den Deutschen LandFrauentag, der am 1. Juli in der Essener Grugahalle stattfinden wird, berichtete Renate Carstens. Die rheinischen Landfrauen konnten sich knapp 900 Karten sichern und werden mit einheitlichen Schals erkennbar sein. „Was erwartet uns? Kontakte zu den Landfrauen anderer Bundesländer!“ Präsidentin Jutta Kuhles stellte kurz den Programmablauf des Tages vor, zu dem auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey sowie Bauernpräsident Joachim Ruckwied erwartet werden. Im Foyer der Grugahalle wird es Stände mit buntem Programm geben, die ab 10.30 Uhr besucht werden können. Um 11.50 Uhr startet dann das offizielle Programm.

„Nachhaltigkeit“ 2021–2023

Am Nachmittag war die Mitarbeit aller Hauptausschussmitglieder gefragt, um das Schwerpunktthema „Nachhaltigkeit“, das ab 2021 die Bienenkampagne ablösen soll, schon einmal mit den ersten Ideen zu bereichern. Warum beschäftigen sich jetzt auch die Landfrauen gezielter mit dem Megatrend unserer Zeit? „Wir wollen ein Bewusstsein für das Thema schaffen, die Wissensschätze der Landfrauen nutzen und langfristig denken. Das Thema ist aktuell und modern und spricht somit auch wieder junge Frauen an. Veränderungen, die dadurch bewirkt werden, können positiv sein und schließlich haben wir laut Satzung einen Bildungsauftrag“, betonte Kuhles.

Zum Einstieg gab es dann auch erst einmal für jede Anwesende einen Fragebogen zum Ermitteln des eigenen, ökologischen Fußabdrucks, in dem unter anderem die Wohnsituation, eingesetzte Heizenergie, Stromverbrauch, Reiseverhalten, Abfallvermeidung, Fleisch- und Getränkekonsum abgefragt wurden. Das gab schon die ersten Denkanstöße, wie frau bei sich selbst anfangen kann, nachhaltiger zu leben.

Das Schwerpunktthema „Nachhaltigkeit“ soll in drei Unterthemen aufgeteilt werden: 2021 Konsum, 2022 Energie – Wohnen – Mobilität und 2023 Ernährung. Ziel ist es, dass jeder Ortsverband das jeweilige Thema einmal im Jahr aufgreift, in Form einer Vortragsveranstaltung, eines Infostands beim Dorffest, einer Mitmachaktion, eines Quiz oder Ähnliches. „Dem Thema Nachhaltigkeit wollen wir uns als Landfrauen nicht verschließen, auch nicht im Gespräch mit Verbrauchern“, zeigte sich die Präsidentin überzeugt. Wie die Themen im Ortsverband umgesetzt werden können, darüber machten sich die Landfrauenvertreterinnen anschließend in Gruppenarbeit erste Gedanken. Und plötzlich war es mucksmäuschenstill bei den sonst so kommunikationsfreudigen Landfrauen; volle Konzentration nach dem Mittagessen für eine gute Sache! as


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Die Videos stehen auf Deutsch, Englisch und Rumänisch auf YouTube frei zur Verfügung.

 

 

 

 

Die LZ Rheinland ist Medienpartner für die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort. Wir laden unsere Leser und Besucher unserer Website ein, sich den Internetauftritt unter www.kamp-lintfort2020.de anzuschauen. Dort finden Sie auch die Informationen rund um die Veranstaltungen auf dem Forum Landwirtschaft des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV). Hier gibt es „Landwirtschaft für jeden Geschmack“.

 

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