08.09.2019

Seegras senkt Methanausstoß

Jean-Pascal Quod / wikimedia

Der Zusatz der Seegrasarten Asparagopsis taxiformis und Asparagopsis armata im Futter für Rinder und Schafe senkt deren Methanausstoß deutlich und könnte so in größerem Rahmen zu einer Senkung der Treibhausgasemissionen der Tierproduktion beitragen. Wie die Nationale Forschungsagentur Australiens (CSIRO) kürzlich in Canberra mitteilte, laufen entsprechende Fütterungsversuche mit diesem „FutureFeed“ bislang sehr vielversprechend. Demnach führt ein Beimischungsanteil des Seegrases von bis zu 2 % im Futter bei Schafen zu einer Verringerung der Methanemissionen um mehr als 80 %. Die jüngsten Versuche mit Rindern seien „besser als erwartet“ ausgefallen. Die entsprechende Studie soll bald veröffentlicht werden. Die Wissenschaftler begründen die positive Wirkung des Seegrases mit dessen Gehalt an Bromoform. Dieser halogenierte Kohlenwasserstoff verhindere die Methanbildung bei der Verdauung durch eine Reaktion mit dem Vitamin B12. Dadurch würden Enzyme gehemmt, die bestimmte Darmmikroben zur Methanproduktion benötigten. Bis das Futter tatsächlich marktreif sei, könnten allerdings noch bis zu drei Jahre vergehen. Um ein Zehntel des australischen Milchkuhbestandes, der auf 2,5 Mio. Tiere veranschlagt wird, mit dem neuen Futter zu versorgen, würden nach den Berechnungen der Forscher jährlich rund 300 000 t Seegras benötigt. Dafür wäre eine Seegras-Anbaufläche von mindestens 6 000 ha vonnöten.