18.05.2022

Sieg, Niederlage und trotzdem Ungewissheit

Foto: Forschungsgruppe Wahlen

Laut dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis der Landtagswahl in NRW wird die CDU mit 35,7 % stärkste Kraft. Damit baut die Partei in Nordrhein-Westfalen ihren Vorsprung vor der SPD weiter aus. Die SPD erreicht 26,7 % und verliert somit 4,6 % im Vergleich zur letzten Landtagswahl. Grund zur Freude haben die Grünen. Mit 18,2 % können sie einen Zuwachs von 11,8 % verbuchen. Die FDP bricht dagegen ein. Sie erreicht 5,9 % und verliert somit 6,7 %. Verluste gibt es auch bei AfD und Linke, wobei die AfD mit 5,4 % wohl wieder Mandate erzielt und die Linke mit 2,1 % erneut an der 5 %-Hürde scheitert.

Eine Analyse des Stimmverhaltens von Landwirtinnen und Landwirten in NRW gibt es aufgrund zu geringer Fallzahlen nicht. Die Forschungsgruppe Wahlen ermittelte jedoch, dass 44 % der Selbstständigen hier für die CDU gestimmt haben. Auf Platz zwei in dieser Berufsgruppe landeten die Grünen. Auch bei den übrigen Berufsgruppen erhielt die CDU die meisten Stimmen. Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein am Sonntag zuvor ermittelte die Forschungsgruppe Wahlen einen Stimmanteil für die CDU von 77 % bei Landwirtinnen und Landwirten. Alle anderen Parteien erreichten in dieser Berufsgruppe keine 10 %. Bereits bei der Bundestagswahl 2017 hatten 60 % der Landwirte für die CDU gestimmt.

Obwohl die CDU als Gewinner der Landtagswahl hervorgeht, besteht Unsicherheit, ob sie mit Spitzenkandidat Hendrik Wüst auch die Regierung bildet. Gegenüber ARD und ZDF äußerte sich CDU-Generalsekretär Mario Czaja überzeugt, dass Hendrik Wüst einen klaren Regierungsauftrag erhalten habe. Czaja und auch FDP-Spitzenkandidat Joachim Stamp erwarten eine Koalition aus CDU und Grünen. Laut Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen befürworten diese Konstellation allerdings nur 37 % der Befragten. Rein rechnerisch wäre auch eine Ampelkoalition aus möglich. Dieses Bündnis werde von 34 % der Befragten befürwortet. Endgültig klären wird sich die Frage erst nach erfolgreichem Abschluss der Sondierungsgespräche.

Laut vorläufigem Ergebnis wurden bis auf Markus Diekhoff (FDP) alle bisherigen Sprecherinnen und Sprecher der Parteien im Landwirtschaftsausschuss wiedergewählt. Bianca Winkelmann (CDU), René Schneider (SPD) und Dr. Patricia Peill, bislang Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, erhielten Direktmandate in ihren Wahlkreisen. Norwich Rüße (Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. Christian Blex (AfD) schafften es über die Landesliste.

lm