07.05.2020

Spargel zum Selberstechen

Foto: Johannes Klose

Ganz neue Wege in Sachen Spargelernte geht in diesem Jahr Landwirt Victor Dünn, Inhaber von Gut Clarenhof in Frechen. Auf seiner Bio-Anbaufläche bietet er den Verbrauchern jetzt die Möglichkeit, die beliebten weißen Stangen selber zu stechen. „Die Situation in diesem Jahr mit den Erntehelfern war und ist bis heute ziemlich pro­blematisch“, erklärt er. Um in Zeiten der Corona-Krise alle gesetzlichen Vorschriften in Bezug auf Quarantäne, Abstandsregelungen und Unterbringung der aus Osteuropa eingeflogenen Mitarbeiter gewährleisten zu können, habe er bei gleicher Anbaufläche wie in den Vorjahren deutlich weniger Erntehelfer als sonst eingestellt. Und weil auch Spargelstechen eben nicht aus dem Homeoffice funktioniert, sondern immer noch mühsame Handarbeit ist, hatte sich Landwirt Victor Dünn innerlich schon damit abgefunden, dass er in diesem Jahr nicht alle Erzeugnisse ernten kann.

Allerdings ahnte er bei seinen Überlegungen zunächst noch nicht, wie groß die Hilfsbereitschaft der Verbraucher im Rheinland ist. Viele Menschen haben ihm in den vergangenen Wochen ihre Unterstützung bei der Ernte angeboten. „Diese Hilfsbereitschaft hat mich schon sehr beeindruckt“, sagt der 37-Jährige. Basierend auf dem offensichtlichen Wunsch der Bevölkerung, ihn bei der Ernte zu unterstützen, sei dann die Idee einer Kurzschulung inklusive Spargelstechen und einer Spargel-Zertifikation geboren worden. Jetzt bietet Victor Dünn Spargelstechen als regionales und saisonales Erlebnis an.

Und ein Erlebnis ist es tatsächlich, die leckeren weißen Stangen zielgenau aus den Dämmen zu holen. Erfahrene Spargelstecher können in einer Stunde locker bis zu 10 kg Spargel stechen. Anfängern wie mir gelingt das allerdings nicht, wie der Selbstversuch zeigt. Schwieriger als das Stechen selber erweist sich für mich schnell die gebückte Haltung mit der sich der eifrige Spargelstecher bei der Arbeit über die Dämme neigen muss. Schwer wiegt dabei die schwarze Abdeckfolie, die vor dem Stechen natürlich angehoben und zur Seite gelegt werden muss. Das geschulte Auge erspäht dann direkt die dünnen Risse auf dem Damm. Sie zeigen, an welchen Stellen die zarten Spargelköpfe unmittelbar vor dem Durchbruch stehen. Genau auf solche Stellen soll ich auch achten. Die eigentliche Kunst ist es nämlich, ohne den ganzen Spargeldamm umzupflügen, genau an diesen Stellen die Erde zunächst mit den Fingerspitzen ein bisschen zur Seite zu scharren. Anschließend gilt es, das Spargelmesser senkrecht in die Erde neben der Spargelstange hi­nab in die Tiefe gleiten zu lassen, um nach etwa 20 bis 30 cm quer zuzustechen.

So weit die Theorie. Praktisch, so die Erfahrung, sticht der Laie öfter mal zu kurz und auch daneben. Doch auch beim Spargelstechen gilt: Übung macht den Meister. Und tatsächlich, mit jeder selbst gestochenen Stange steigt meine Sicherheit und Begeisterung. Am Ende siegt dann natürlich die Vorfreude auf den Genuss der eigenen Stangen. Geschmacklich ist der selbst gestochene Spargel nämlich einfach nicht zu toppen. Margret Klose


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