25.05.2022

Sparsame Wasserversorgung im Garten

Foto: Kathrin Fries

Viele Pflanzen im Garten brauchen Unterstützung bei der Wasserversorgung, denn in trockenen Zeiten, wie wir sie in den vergangenen Jahren oft auch in Teilen des Rheinlands erlebt haben, sind sie auf zusätzliches Gießen angewiesen. Wer große Flächen hat, braucht dafür lange und verbraucht viel Wasser, wenn man die Erde bis in die tiefen Schichten feucht halten möchte. Für die Beetbewässerung kann man ein Konzept nutzen, dass in südlichen Ländern eine lange Tradition hat. In Asien, Afrika und Lateinamerika sind sie weitverbreitet. Sogenannte Ollas, gesprochen Ojas, sparen Zeit und Wasser. Es gibt Schätzungen, dass durch die Beseitigung der Verdunstung und die Verteilung des Wassers direkt auf die Wurzeln bis zu 70 % des Wasserverbrauchs gegenüber der Oberflächenbewässerung eingespart werden. Abhängig von der Art des Bodens, der Pflanzen und der Niederschlagsmenge kann es ausreichend sein, die Ollas ein- bis zweimal wöchentlich zu befüllen.

Ollas sind Bewässerungsgefäße aus durchlässigem Ton, die man im Beet vergräbt und von oben mit Wasser befüllt. Dieses sickert dann nach und nach langsam ins Erdreich. Auf diese Weise gelangt das Gießwasser direkt an die Wurzeln der Pflanzen, statt an der Oberfläche zu verdunsten. Mit Ollas wird die Erde auch in den unteren Schichten feucht, sodass die Wurzeln in die Tiefe wachsen, statt nur Tellerwurzeln zu werden. Das lässt die Pflanzen robuster gegenüber Trockenperioden werden. Ein weiterer Vorteil ist übrigens, dass so die Beetoberfläche trocken bleibt und damit weniger Schnecken anlockt und auch weniger Unkraut wächst. Es gibt fertige Ollas im Gartenmarkt und online zu kaufen; sie sind aber auch schnell selbst gemacht, mit Material, das manchmal schon vorhanden ist.

Mehr in LZ 21-2022 ab S. 84