18.05.2022

Stabile Erträge trotz Klimawandel

Foto: landpixel

Der Klimawandel wird im deutschen Pflanzenbau bis Mitte dieses Jahrhunderts im Durchschnitt zu keinen wesentlichen Ertragsrückgängen führen. Das ist ein Ergebnis des Forschungsvorhabens „Klimawandelbedingte Ertragsveränderungen und Flächennutzung“, das Dr. Mareike Söder von der Stabsstelle Klima des Thünen-Instituts kürzlich vorgestellt hat. Danach nimmt die Belastung durch Hitze zwar zukünftig weiter zu. Die verwendeten Klimaprojektionen und Methoden zeigen jedoch keine steigenden Ertragsverluste durch Trockenheit oder Staunässe sowie zunehmende Ertragsschwankung. Der Thünen-Wissenschaftlerin zufolge ergeben sich regional Ertragszuwächse eher in heutigen Niedrigertragsregionen, während Einbußen vornehmlich in Hochertragsregionen zu erwarten sind. Söder betonte, dass die Bandbreite der von den Klimamodellen projizierten Niederschlagsentwicklung in den ertragsrelevanten Zeiträumen groß sei. Unsicherheiten bestünden besonders hinsichtlich der Verlässlichkeit der projizierten Niederschläge im Frühjahr. Die mögliche Zunahme von Starkregen, Stürmen, Hagel und Überschwemmungen sowie Schadorganismen könne zukünftige Erträge und deren Stabilität zusätzlich beeinträchtigen. In den Analysen seien diese Faktoren ebenso wie eine gezielte Anpassung noch nicht berücksichtigt. Das Forschungsprojekt bestätige die dringende Notwendigkeit, die Pflanzenproduktion kontinuierlich und bestmöglich an die klimatischen Veränderungen anzupassen, so die Wissenschaftlerin.