18.01.2023

Studie: Schattenseiten der Digitalisierung

Foto: imago/photothek

Auf mögliche Schattenseiten der Digitalisierung der Landwirtschaft weist eine Studie hin, die Forscher vom IÖW, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, und ZALF, Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) erstellt haben. Die Theorie sei, dass digitale Technologien helfen, dass die Landwirtschaft ökologischer werde. Bisher gebe es aber kaum Belege dafür, dass diese signifikant zum Schutz der Biodiversität beitragen würde.

Die Politik müsse auch die Schattenseiten der Digitalisierung ernst nehmen, heißt es. Technische Neuerungen in der Agrarbranche würden häufig nicht für ökologische Verbesserungen entwickelt, die vielfältige Agrarsysteme ermöglichten, sondern in erster Linie für Ertragssteigerung oder Arbeitserleichterungen. Die Wissenschaftler empfehlen der Politik, die Anreizsysteme und Förderprogramme der Landwirtschaft stärker auf Vielfalt auszurichten. Beim Datenschutz müsse der Gesetzgeber nach Ansicht der Forscher ebenfalls nachbessern. Gewinner der Digitalisierung seien bisher die Agrarkonzerne, die die Technologien bereitstellten und große Mengen an Nutzerdaten auswerten könnten. Nötig seien rechtliche Vorgaben, die den Landwirten das Eigentum an Daten und Datensouveränität zusicherten, und klare Regeln für Nutzungsansprüche Dritter.