09.06.2021

Super Schwestern-WG

Foto: Elena Peters

In der Zeit, in der ich im nicht-elterlichen Betrieb – davon berichtete ich in der letzten Kolumne – angestellt war, habe ich nicht nur einige besondere Menschen kennenlernen und mit ihnen einmalige Momente erleben dürfen, sondern in erster Linie auch super viele Erfahrungen machen können. Auf der einen Seite konnte ich – wie erhofft – Erfahrungen für meine Entscheidungsfindung sammeln, gleichzeitig aber vor allen Dingen solche, die mich persönlich weitergebracht und gestärkt haben. Denn nie hätte ich damit gerechnet, dass es beispielsweise für mich ein so großer, persönlicher Zwiespalt ist, meine Eltern in der Spargelzeit nicht wie während meiner Studienzeit unterstützen zu können. Denn schließlich war ich Festangestellte in einem anderen Betrieb, der Vorrang hatte – auch an einem Osterwochenende, wenn üblicherweise im GeHo die Bude brennt.

Meine größte Stütze war in dieser Situation meine Schwester Kathrin. Aufgrund ihres Studiums hatte es sich ergeben, dass sie meine Eltern während der Spargelzeit im GeHo unterstützen konnte. Sie nutzte das Frühjahr, um ihre Masterarbeit zu schreiben, und verband dies damit, an den wunderschönen Niederrhein zurückzukommen und unseren Eltern tatkräftig zur Seite zu stehen! Da ich nun aber zu Hause ausgezogen war und meine Schwester nicht wieder für die drei Monate alleine bei unseren Eltern einziehen wollte, stand es außer Frage, dass wir in meiner Wohnung eine Schwestern-WG aufmachten! Ka­thrin war die beste WG-Mitbewohnerin, die man sich vorstellen konnte. Sie bereitete mir nicht nur nach einem langen Arbeitstag am Wochenende eine leckere Stulle zu, damit ich schnell noch etwas zwischen die Zähne bekam, bevor es für mich auf die nächste Landjugendfete ging, sondern unterstützte auch unsere Eltern in so vielen Dingen. Sie erarbeitete Speisekarten, fuhr mit Saisonkräften zum Arzt, ging einkaufen und stand selbst in Engpässen noch auf dem Markt – kurzum, sie war unser Allrounder und gab mir damit das Gefühl, dass meine Eltern durch sie ein gutes Rückgrat hatten! Kathrin – DANKE, dass du mir damit die Möglichkeit gegeben hast, mich voll und ganz auf die andere Stelle und damit auch auf die Entscheidungsfindung konzentrieren zu können.

Nach der Spargelsaison 2019 ging zuerst die Zeit der Schwestern-WG zu Ende, ehe im Oktober nach knapp einem Dreivierteljahr auch die Zeit in dem anderen Betrieb endete. Und dies etwa nicht, weil es mir dort nicht mehr gefallen hatte, sondern weil es nun an der Zeit für mich war, meinen Weg weiterzugehen.

Wie sich dieser gestaltete und was sich nach der finalen Entscheidung im vergangenen Juli 2020 – „Ja, ich werde den Genholter Hof in die nächste Generation führen“ –  innerlich für mich veränderte, berichte ich in der nächsten Kolumne!

Christina Ingenrieth


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