29.11.2018

Volksabstimmung: Schweizer lehnen Hornkuh-Initiative ab

Foto: landpixel

In der Schweiz wird es auch in Zukunft keine staatlichen Zahlungen an Landwirte geben, die ihren Kühen nicht die Hörner entfernen. Bei der Volksabstimmung am vergangenen Sonntag stimmte eine Mehrheit der Schweizer gegen die Volksinitiative „Für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere“ (Hornkuh-Initiative). Die Initiative war im März 2016 von der Interessengemeinschaft Hornkuh mit dem Ziel eingereicht worden, dass wieder mehr ausgewachsene Kühe, Zuchtstiere, Ziegen und Zuchtziegenböcke Hörner tragen. Da die Haltung von Tieren mit Hörnern höhere Kosten verursacht, sollte der Bund die betreffenden Landwirte finanziell unterstützen. Das Enthornen der Jungtiere mit lokaler Betäubung sollte aber weiterhin erlaubt sein.

Die Schweizer Regierung hatte den Stimmberechtigten im Vorfeld dazu geraten, die Hornkuh-Initiative abzulehnen. Begründet wurde dies mit dem Argument, dass solche Zahlungen falsche Anreize schafften und den Tieren letztlich mehr schadeten als nutzten. Zudem würde die Eigenverantwortung der Landwirte eingeschränkt. Die Regierung hatte darauf hingewiesen, dass zur Finanzierung der in der Initiative vorgesehenen Subvention bestehende Beiträge gekürzt werden müssten, denn das Gesamtbudget für die Landwirtschaft würde nicht erhöht. Zudem hätte die Annahme der Initiative für die Landwirtschaftsbetriebe mehr Bürokratie zur Folge.

Der Schweizer Bauernverband (SBV) hatte seinen Mitgliedern keine Empfehlung für die Abstimmung gegeben. Die Hornkuh-Initiative wurde vom Berufsstand vor allem als finanzpolitische Vorlage gesehen. Der SBV hatte gefordert, die Finanzierung der notwendigen Ausgaben über Mittel außerhalb des heutigen Zahlungsrahmens sicherzustellen, um bei einer Annahme keine Mittelkürzungen in anderen Förderbereichen der Landwirtschaft zu riskieren. In der Schweiz tragen mittlerweile nur noch rund 10 % der etwa 1,5 Millionen Rinder im Land Hörner. AgE