13.03.2019

Weniger Menschen = mehr Naturschutz?

Foto: Welthungerhilfe

Eine wirksame Naturschutzpolitik braucht, so das Ergebnis einer nun veröffentlichten Studie deutscher Forscher, Konzepte gegen das Bevölkerungswachstum und für einen nachhaltigen Konsum. Vor allem in den Tropen zerstört das „rasante“ Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum die biologische Vielfalt. Schuld daran ist nach Auffassung der Wissenschaftler die steigende Nachfrage nach Agrarprodukten, die immer neue Anbauflächen verlange. Zwar werde die Landwirtschaft durch technische Fortschritte immer effizienter, doch die wachsende Zahl an Menschen mache diese Erfolge wett. Die Forscher stellten fest, dass die wachsende Bevölkerung und Weltwirtschaft überall zu mehr Landnutzung führten. Dies zerstöre die biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen. So habe sich die Zahl der durch Landnutzung vom Aussterben bedrohten Vogelarten zwischen 2000 und 2011 um bis zu 7 % erhöht. Im gleichen Zeitraum habe der Planet 6 % seines Potenzials verloren, CO2 aus der Luft zu binden, da die Vegetation auf den neu entstandenen ­Agrarflächen nicht so viel Kohlenstoff einlagern könne wie jene in den ursprünglichen Ökosystemen. Den Forschern zufolge findet der Verlust der Artenvielfalt fast vollständig in den tropischen Regionen statt. Die Fähigkeit der Ökosysteme zur Kohlenstoffbindung schwinde indes überall auf der Erde. Aus Sicht der an der Studie beteiligten Wissenschaftler ist eine Verringerung des Bevölkerungswachstums „entscheidend“, um die Ziele der Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen (UN) zu erreichen.