08.08.2019

Weniger NL-Gülle nach Euskirchen

Foto: pixabay

Am vergangenen Freitag gab es im Kreis Euskirchen Aufregung über Meldungen, nach denen sich die Gülleimporte aus den Niederlanden in den Kreis binnen eines Jahres mehr als verdreizehnfacht hätten. Auslöser war eine Pressemeldung der SPD Euskirchen, die aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage im Landtag von NRW stammt. Eine detaillierte Auswertung der Zahlen durch die Landwirtschaftskammer NRW zeigt ein deutlich anderes Bild.

Ursprünglich stammen die der Meldung zugrunde liegenden Zahlen aus dem sogenannten digitalen Dossier der Niederlande, auf das die Behörden in NRW Zugriff haben. Darin müssen niederländische Landwirte eintragen, wie viel und an wen sie Gülle ins Ausland exportiert haben. Angegeben wird immer die erste Adresse, an die geliefert wird, die Kontrolle der weiteren Verwendung ist Sache der Behörden in Deutschland, in NRW des Direktors der Landwirtschaftskammer als Landesbeauftragtem.

Die hohen Werte für den Gülleimport im Jahr 2018 in den Kreis Euskirchen ergeben sich aus besonderen Umständen, die nichts mit der tatsächlichen Ausbringung von Gülle im Kreis zu tun haben. Nachdem einem Güllemakler am Niederrhein von der Landwirtschaftskammer NRW ein Bußgeldbescheid über 1,35 Mio. € wegen illegaler Güllegeschäfte zugestellt wurde, hat diese Firma den Import aus den Niederlanden größtenteils eingestellt. Übernommen hat das Geschäft eine Firma mit Sitz in Euskirchen, die bereits in den vorherigen Jahren als Transportunternehmen für dieses Unternehmen tätig war.

Diese Firma hat 2018 eine Menge von insgesamt 66 538 m³/t in den Kreis Euskirchen importiert. Der größte Teil davon wurde anschließend wieder aus dem Kreis he­raus in andere Kreise in NRW exportiert. Alle Angaben dazu wurden von der Firma im amtlichen Meldeprogramm dokumentiert. Bei diesen Exporten handelt es sich um 57 735 m³ Mastschweinegülle sowie 3 652 m³ Gärreste aus Biogasanlagen. Wenn diese Zahlen gegengerechnet werden, sieht das Ergebnis für den Kreis Euskirchen für 2018 ganz anders aus: Bei Gärresten bleiben dann noch 433 m³ und bei Mastschweinegülle 754 m³. Insgesamt verblieben 2018 29 044 m³/t Wirtschaftsdünger aus den Niederlanden im Kreis Euskirchen. Das sind 27 555 m³/t oder rund 50 % weniger als noch ein Jahr zuvor. r.