06.02.2019

Werksschließungen angekündigt

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Die anhaltend niedrigen Zuckerpreise zwingen jetzt auch die Südzucker AG zu erheblichen Restrukturierungsmaßnahmen, denen mehrere Standorte zum Opfer fallen sollen. Zwei Werke stehen zur Schließung bereits fest. Wie ein Sprecher des Konzerns am Donnerstag vergangener Woche gegenüber Agar-Europe (AgE) bestätigte, werden die Fabriken in Warburg und Brottewitz den Plänen zufolge nach der Kampagne 2019/20 ihre Tore für immer schließen. Für die übrigen Verarbeitungsstätten in Deutschland könne man aber noch keine Entwarnung geben. „Wir werden natürlich auch bei dann noch bestehenden sieben Werken die Kostenstrukturen näher betrachten“, sagte der Sprecher. Ausgaben für Verwaltung, Material und Investitionen müssten in einem weiteren Schritt für jeden Einzelfall analysiert werden. Der Mannheimer Konzern hatte zwei Tage zuvor in einer Ad-hoc-Meldung bereits angekündigt, das Zuckerproduktionsvolumen um bis zu 700 000 t jährlich herunterzufahren und auf diesem Wege letztlich Kosteneinsparungen von bis zu 100 Mio. € jährlich erzielen zu wollen. „Die zwei Standorte, die wir jetzt benannt haben, verfügen zusammen über eine Kapazität von 200 000 t. Es gibt also noch eine Lücke, die wir schließen müssen“, so der Südzucker-Sprecher. Dazu wolle man sich in Deutschland und in weiteren europäischen Ländern „alle Fabriken anschauen, bei denen die Erlössituation desaströs ist“. Die Öffnung des EU-Zuckermarktes und der damit verbundene Preisabsturz bei Zucker hat die Mannheimer Unternehmensgruppe, wie auch andere Zuckerunternehmen, in Bedrängnis gebracht. Im dritten Geschäftsjahresquartal 2018/19 verbuchte die Südzucker AG in ihrem Kernsegment einen Verlust von 85 Mio. €; mit Blick auf das Gesamtgeschäftsjahr rechnen die Analysten mit einem operativen Verlust zwischen 150 Mio. € und 250 Mio. €.