13.01.2021

Wie geht’s weiter am Kartoffelmarkt?

Kartoffelhaus Weuthen stellt Kontrakte für 2021 vor

Foto: landpixel

Corona hat das Kartoffeljahr 2020 beherrscht und auch die Planungen für die neue Saison stehen unter dem Einfluss der Pandemie. Dazu kommen die Herausforderungen für Anbau und Lagerhaltung durch den Wegfall von Wirkstoffen. Im Handelshaus Weuthen wird trotz alledem auf Optimismus gesetzt. „Wir werden die größte Krise der Nachkriegsgeschichte zusammen meistern“, sagt Ferdi Buffen zuversichtlich. Es sei „endlich Licht am Ende des Tunnels“ zu sehen, hält der Weuthen-Geschäftsführer in einer Video-Botschaft fest, mit der er sich Anfang des Jahres an seine Außendienstmitarbeiter gewendet und darin Perspektiven für die kommende Saison aufgezeigt hat. Mit Spannung in der Branche erwartet werden vor allem die Aussagen zu den Kontrakten.

Notierungen legen zu

Bislang seien alle Weuthen-Vertragslandwirte mit einem blauen Auge durch die Corona-Krisensaison gekommen, erklärt Buffen und ist überzeugt, dass die Stimmung auf den Höfen oft schlechter sei, als es die Realität am Markt hergebe. Alle Kartoffeln seien über die komplette Saison fristgerecht abgeflossen. Auch wenn zurzeit noch nicht absehbar ist, wie lange der Lockdown andauern wird, setzt Buffen mit Zuversicht auf die anziehenden Notierungen und Terminmärkte. Die Mengen an freien Kartoffeln seien überschaubar, der Markt werde fristgerecht geräumt. „Wir erwarten zeitige Abrufe von Frühsorten wie Premiere und Amora“, so der Marktexperte. Umso ärgerlicher für ihn, wenn die Landwirte den Anbau früher Verarbeitungssorten in der kommenden Saison einschränken wollen, wie es die Pflanzgutverkäufe jetzt schließen lassen. „Gerade in diesem Segment unterscheiden wir uns von allen anderen Anbauregionen, damit setzen wir genau
in unserer Paradedisziplin wichtige Marktanteile aufs Spiel“, mahnt Buffen.

Die Nachfrage nach Pommes frites, Chips und Co. wird hierzulande und weltweit wieder zunehmen. Die Marktexperten sprechen vom Nachholeffekt, sobald die Impfungen gegen das Coronavirus Wirkung zeigen und wieder Normalität im Alltagsleben zulassen. „Weuthen hält an der vertraglichen Auftragsproduktion und an lange bewährten Vermarktungsstrategien fest, es geht wieder vorwärts“, so Buffen, der überzeugt ist, dass die Kartoffel eine attraktive Kultur für die Profi-Anbauer bleibt. In diesen Tagen werden die Außendienstmitarbeiter die Kontraktkonditionen für die Haupternte 2021 mit den Anbauern besprechen.

Angeboten werden ein- oder mehrjährige Festpreisverträge, wobei die Mengen je nach Sorte und Beregnungsmöglichkeit zwischen 42 t/ha für unberegnete und 50 t/ha für beregnete Standorte schwanken. Die Vertragspreise für einjährige Verträge sinken um 0,5 €/100 kg, während die dreijährigen Verträge unverändert auf Vorjahresniveau bleiben. Was in dieser Saison positiv zu Buche schlägt, ist die Ersparnis durch preiswerteres Pflanzgut. Die Sortendifferenzen werden so belassen wie in den Vorjahresverträgen, auch bei der Lagerstaffel wird es keine Veränderung geben. Für die Weuthen-Vertragslandwirte soll es keine Flächeneinschränkung geben, vielmehr seien auch „gute Neueinsteiger“ noch willkommen, heißt es seitens des Handelshauses.

Positives Signal

Diese neuen Vertragskonditionen sind am Anfang dieser Woche auch mit den Erzeugervertretern der Rheinischen Erzeugergemeinschaft REKA diskutiert worden. Grundsätzlich sei es notwendig, dass die Landwirte über den Abschluss der Kontrakte Sicherheit für ihren Anbau bekommen, führt REKA-Geschäftsführer Wilfried Beeker an. Dass die Vertragspreise nur moderat angepasst wurden und bei dreijähriger Bindung auf Vorjahresniveau bleiben, wertet die Erzeugergemeinschaft unter den aktuell schwierigen Marktbedingungen als positives Signal. Allerdings, schränkt Beeker ein, bedeute das auch, dass unter diesen Preisbedingungen der Anbau auf ertragsschwächeren Standorten vielfach nicht mehr rentabel sei. Hier gelte es einzelbetrieblich zu kalkulieren. Ein Kontrakt über eine Laufzeit von drei Jahren sei zudem mit Unwägbarkeiten verbunden, etwa weil neue Auflagen rund um Düngung und Pflanzenschutz den Anbau verteuern.        cnb


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