20.09.2023

Wolf: Entscheidung noch in diesem Jahr?

Foto: imago/Martin Wagner

Die EU-Kommission will bis Ende dieses Jahres ihre aktuelle Bestandsanalyse zum Wolf in Europa abschließen und darauf aufbauend gegebenenfalls einen Vorschlag zur Abänderung des Schutzstatus vorlegen. Das hat die EU-Kommissarin für Finanzdienstleistungen, Mairead McGuinness, am vergangenen Mittwoch im Europaparlament mitgeteilt. Unter den Abgeordneten gingen die Meinungen über den künftigen Umgang mit dem Wolf indes auseinander. Politiker der EVP-Fraktion, darunter der CDU-Politiker Norbert Lins und Markus Ferber von der CSU, beurteilten eine Neubewertung des Schutzstatus als „überfällig“. Am Schutz des Raubtieres habe sich in den zurückliegenden 30 Jahren nichts geändert, gleichzeitig seien aber die durch den Wolf entstandenen Schäden massiv gestiegen. In dieser Situation bräuchten die europäischen Weidetierhalter nun endlich Klarheit. SPD-Politiker Tiemo Wölken forderte dazu auf, den bestehenden Rechtsrahmen für den Umgang mit dem Wolf in den einzelnen Mitgliedsländern auszuschöpfen. Hier geschehe insbesondere in Deutschland zu wenig. Ulrike Müller von den Freien Wählern warnte vor dem Verlust schützenswerter Biotope durch ein „nicht vom Aussterben bedrohtes Raubtier“. Dagegen müsse die EU vorgehen und den Regionen Rechtssicherheit bieten. Fehler etwa mit „sinnlosem und teurem Herdenschutz“ müssten nicht in allen Mitgliedstaaten wiederholt werden. Die EU ringt noch um eine Entscheidung über den Schutzstatus des Wolfs. Mit Mahnfeuern wollen die Weidetierhalter deshalb am Freitag kommender Woche ihrer Forderung nach einem aktiven Wolfsmanagement Nachdruck verliehen.