Zuckerrüben Journal Nr. 03/2018

LZ 29 · 2018 Zuckerrübenjournal | 17 | Z U C K E R | T E C H N I K A N B A U B E T R I E B S W I R T S C H A F T | M A R K T | P O L I T I K | A K T U E L L E S | Gesamtpopulation stabil halten (Pf/Pi = 1). Nematodentolerante/-resis- tente Zuckerrübensorten können die Populationszunahme ab mittelstarkem oder hohem Ausgangsbesatz eindeutig vermindern. Im Mittelpunkt der Auswertungen steht immer die Frage, inwiefern die Leistung der nematodentoleranten Sorten unter Nematodenbefall zu be- werten ist. Die Auswertung des berei- nigten Zuckerertrags in der Nematode- nuntersuchung 2017 wurde mit den von 2014 bis 2017 durchgeführten SV- N-Versuchen verglichen, das sind Ver- suche, die sehr unterschiedlichem Aus- gangsbefall auf mehreren rheinischen Standorten unter praktischen Anbau- bedingungen aufweisen, siehe Grafik. Im Mittel von 24 Versuchen erreich- ten die toleranten Rübensorten bei ei- nem Ausgangsbefall der Nematoden von etwa 500 Eiern und Larven/ 100 ml Boden einen Ertragsvorteil beim bereinigten Zuckerertrag (BZE) von 11 bis 32 % gegenüber einer als Kontrolle angebauten Normalsorte. Es ist darüber hinaus festzuhalten, dass alle toleranten Sorten die höheren Leistungen im BZE auch schon bei einem geringen Ausgangsbefall errei- chen können. Die nematodenresistente Sorte Rianna lag im bereinigten Zuckerertrag zwar über der Standard- sorte, erzielte aber unter den gegebe- nen Bedingungen nur einen Vorteil von knapp 7 % BZE. Somit konnte sie bei den meist nur latenten Befalls- bedingungen nicht das Niveau der toleranten Testsorten erreichen. Die Sorte ist damit eher eine Anbaualter- native für hoch belastete Nematoden- standorte, bei denen die Nematoden- kontrolle und Minderung des weiteren Befallsdruckes im Vordergrund stehen. Wedad Alyouness Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen Die Hauptwurzel befallener Rüben wächst nur wenig in die Länge, wo- bei stetig neue Seitenwurzeln ge- bildet werden (Wurzelbart). Fotos: Wedad Alyouness Ertragsleistung nematodenresistenter oder -toleranter Zuckerrübensorten Zusammenfassung von 24 Versuchsstandorten Dargestellt sind nur Sorten, die mindestens zwei Jahre in Versuchen überprüft wurden. Beretta ist die Vergleichssorte, BZE = 100 80 85 90 95 100 105 110 115 120 125 130 2014 (6 Standorte) 2015 (8 Standorte) 2016 (6 Standorte) 2017 (6 Standorte) Bereinigter Zuckerertrag in % zu Beretta 100 Lisanna Rianna BTS 440 Kristallina Vasco Brix Daphna Kleist Fiorella Finola BTS 875 0 N Vermehrungsrate der Rübenzystennematoden bei nematodenresistenten/toleranten Sorten 2017 Mittel aus vier Versuchen (Standorten) Variante Vorbefall Endbefall Vermehrungsfaktor Pi-Wert Pf-Wert Pf/Pi-Wert Beretta 496 2278 4,59 Daphna 245 741 3,02 Evamaria 389 495 1,27 Rianna 346 346 1,00 Fiorella 323 591 1,83 BTS 5270 N 291 374 1,28 Racoon 261 605 2,32 Kleist 314 661 2,10 Annarosa 290 456 1,57 Die Vermehrungsrate des Rübenzystennematoden wird in Form eines Quotienten, den sogenannten Pf/Pi-Wert, angegeben. Pf/Pi > 1: Mehr Nematoden im Boden als vorher, die Pflanze hat die Nematodenpopulation vermehrt. Pf/Pi < 1: Weniger Nematoden im Boden als vorher, die resistente Pflanze hat die Nematodenpopulation reduziert. Pf/Pi = 1: Genau so viel Nematoden im Boden wie vorher, die resisten- te Pflanze hat die Nematodenentwicklung verhindert.

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