Zuckerrüben Journal 04/2018
18 | Zuckerrübenjournal LZ 50 · 2018 | A K T U E L L E S | P O L I T I K | M A R K T | B E T R I E B S W I R T S C H A F T | A N B A U | T E C H N I K Z U C K E R In diesem Jahr gibt es vor allem in Euskirchen einige Fuhren, in denen die Rüben durch die Rübenmotte ge- schädigt sind. „Die Rüben haben schwarze Stellen, die zunächst gar nicht so groß aussehen. Aber wenn man die Rüben anschneidet, sieht man, wie tief die Motte das Gewebe geben, die seien heute nicht mehr nö- tig. Albert Schillings aus Mönchenglad- bach ist Verbandsgutachter in Jülich. In diesem Jahr macht er die 22. Kam- pagne mit. Der Ackerbauer war viele Jahre in der Wevelinghovener und der Elsdorfer Fabrik, bevor er 2007 nach Jülich wechselte. Auch er ist drei bis vier Mal pro Woche in der Fabrik. „Früher gab es viel mehr Unterschiede zwischen den Fuhren, da die Rüben ungereinigt waren und mit ganz unter- schiedlichen Rodern gerodet wurden. Das ist heute einfacher geworden.“ Diskussion je nach Wetter Mitte November sind die Rüben tro- cken und der Erdanhang liegt bei den meisten Lieferungen zwischen 2 und 4 % – da gibt es im Moment nicht viel Diskussionsbedarf mit den Schätzern von Pfeifer & Langen, aber auch nicht mit den Landwirten. Die nassen Jahre sind eindeutig die schwierigeren. Trotzdem macht auch 1% rauf oder runter für den Landwirt bares Geld aus. „Ein Prozent mehr Erde macht et- wa 8 € aus, das sind bei zehn Fuhren schon 80 €“, bringt es Albert Schillings auf den Punkt. „Natürlich können wir aus Erde keine Rüben machen, aber wir vertreten die Landwirte.“ Trotz- dem gibt es auch den einen oder ande- ren verärgerten Anruf von Landwirten, damit muss ein Gutachter fertig wer- den. Schwierig ist es bei Fuhren, in de- nen viele faule Rüben sind. „Kürzlich hatten wir eine Fuhre hier, in der 25 % faule Rüben drin waren“, berichtet Franz Erasmi, „das ist bitter.“ Gibt es Unstimmigkeiten, besteht immer die Möglichkeit, eine Waschprobe zu ma- chen (siehe Kasten). Diese Proben wer- den ohnehin regelmäßig gemacht, um Sicherheit bei den Schätzungen zu be- kommen. „In den ersten fünf Wochen der Kampagne haben wir schon rund 100 Waschproben gemacht“, erklärt Erasmi. Jeder Landwirt kann eine Waschprobe fordern, wenn er meint, seine Lieferungen seien nicht richtig bewertet. Das Ergebnis ist dann bin- dend. Heinz Artz und GerdWerths von Pfeifer & Langen und Albert Schil- lings, Verbandgut- achter, sind ein eingespieltes Team in Jülich (v.l.n.r.). Die Zeit, um die Rüben bei der Anliefe- rung zu beurteilen, ist kurz. Da sind ein gutes Auge und viel Erfahrung nötig. Fotos: Natascha Kreuzer Wie wird eineWaschprobe gemacht? Die Probe wird gewaschen, um den Erdanteil genau zu be- stimmen. Eine Waschprobe wird immer gemein- sam von einemVerbandsschätzer und ei- nemMitarbeiter von Pfeifer & Langen durchgeführt. Zunächst werden zwei Proben aus der Fuhre genommen. Wird die Lieferung auf der Platte abgekippt, wird sie zunächst mit dem Radlader an- geschoben, damit die Probe aus der Mit- te der Lieferung genommen werden kann. Jede Probe umfasst zwischen 25 und 30 kg Rüben. Nach demWiegen
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