Zuckerrüben Journal Nr. 03/2018
| A K T U E L L E S | P O L I T I K | M A R K T | B E T R I E B S W I R T S C H A F T A N B A U T E C H N I K | Z U C K E R | ein Sortenmix aus bewährten und neu- en Sorten, wie zum Beispiel Daphna, Kleist, Annarosa KWS, BTS 8750 N oder Racoon. Nematodenresistente Sorten stehen für den praktischen Anbau nicht mehr zur Verfügung. Grund ist die geringe Marktbedeutung. In einigen System- versuchen läuft dieser Sortentyp als Referenzsorte mit, um die hervorra- gende Nematodenreduktionsleistung zu erfassen und um neue und bewähr- te nematodentolerante Sorten (NT-Sor- ten) daran zu messen. Oberstes Ziel muss es weiterhin bleiben, die Ver- mehrung des Rübenzystennematoden möglichst gering zu halten, da auch NT-Sorten auf hohe Ausgangsbesatz- dichten mit Ertragsdepressionen re- agieren. Zwar weisen bisherige und aktuelle NT-Sorten deutlich geringere Vermehrungsraten im Vergleich zum Normalsortiment auf, aber ob auch alle zukünftigen NT-Sorten diese Eigen- schaft mitbringen, muss permanent ge- prüft werden. Rhizoctonia solani, der Erreger der Späten Rübenfäule, verdirbt den Rü- benköper, den Ertrag und letztendlich die Wirtschaftlichkeit des Rübenan- baus. Krankheitsfördernde Faktoren sind der häufige Anbau von Wirts- pflanzen, wie zum Beispiel Mais und Feldgras in Rübenfruchtfolgen, oft auch in Kombination mit Bodenstruk- turstörungen, Vernässung und Sauer- stoffmangel. Für die Ausbreitung benötigt der Pilz Feuchtigkeit und Wärme. Dieser Zusammenhang ist in unserem dies- jährigen Rhizoctonia-Spezialversuch mit künstlicher Inokulation deutlich sichtbar geworden. Die Kombination – hohe Wassersättigung des Bodens und hohe Temperaturen – haben zu einen außergewöhnlich frühen und sehr starken Rhizoctoniabefall geführt. Im Sortiment der Rhizoctonia-Spe- zialsorten (Rh-Sorten) geht eine hohe Resistenzausstattung leider zu Lasten des Ertrages. Dieser Nachteil macht die Sortenentscheidung für den Land- wirt besonders schwer, da er unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbe- dingungen auf höchste Naturalerträge angewiesen ist. In Fruchtfolgen, die gemeinsam Mais und Rübe enthalten und wo mit vereinzeltem, leichtem Erstbefall zu rechnen ist, bietet sich möglicherweise die Sorte Isabella KWS an. Isabella KWS bietet keine Nematodentoleranz und erreicht auf Flächen ohne Rhizoctonia- befall nicht ganz die Ertragsleistung des Verrechnungsmittels. Ihr Vorteil liegt in der Robustheit des Rübenkör- pers, der schwachen Erstbefall abfedert. Neu im Segment für Flächen mit schwachem bis mittlerem Rhizoctonia- druck bietet sich für den Testanbau die Sorte BTS 6000 RHC an, die aktuell ih- re guten Zulassungsergebnisse in wei- teren bundesweiten Versuchen bestäti- gen muss, bevor sie dann frühestens zur Ergänzungsbestellung im Winter angeboten wird. BTS 6000 RHC zeich- net sich durch ein mittleres Resistenz- niveau aus und erreicht auch auf Flä- chen ohne Rhizoctoniabefall ein gutes Tabelle 3: Sortenleistungsvergleich Biomasse (SVB) 2015 bis 2017, bundesweit, auf Flächen ohne Nematodenbefall Sorten Rüben- ertrag Zucker- gehalt Trocken- substanz- gehalt Zucker- ertrag Trocken- masse- ertrag Methanertrag relativ a relativ a relativ a relativ a relativ a Nm 3 /ha Annika KWS 100,1 99,3 99,3 99,3 99,3 6 449 BTS 770 99,9 99,1 98,5 99,0 98,4 6 386 Rashida KWS 100,1 101,6 102,2 101,7 102,3 6 639 Verrechnungsmittel 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 – Lisanna KWS 1 99,4 101,0 100,8 100,4 100,2 6 503 Danicia KWS 2 104,0 98,5 98,1 102,4 102,0 6 622 Daphna 3 107,6 95,4 93,9 102,7 101,1 6 560 BTS 8750 N 4 100,5 99,1 99,1 99,7 99,7 6 474 Kopernikus 100,2 98,2 97,1 98,3 97,2 6 310 Charleena KWS 100,7 101,3 100,9 102,0 101,6 6 593 Armesa 1 103,8 94,8 95,0 98,3 98,5 6 396 SY Muse 99,8 95,7 95,1 95,5 94,8 6 156 Acker 5 100,4 98,8 98,3 99,2 98,7 6 409 Feliciana KWS 6 109,3 94,2 94,3 103,0 103,1 6 692 a 100 = Verrechnungsmittel der Sorten Annika KWS, BTS 770, Rashida KWS; 1 Daten 2015 und 2016 aus dem SV – Stufe mit Fungizid, Ableitung des TSG aus dem ZG (TSG = 1,16 x ZG + 2,95); 2 Daten 2015 aus dem SV – Stufe mit Fungizid, Ableitung des TSG aus dem ZG (TSG = 1,16 x ZG + 2,95); 3 Daten 2015 aus dem LNS – Stufe mit Fungizid, Ableitung des TSG aus dem ZG (TSG = 1,16 x ZG + 2,95); 4 Daten 2015 aus der WP S2 und 2016 aus dem LNS – Stufe mit Fungizid, Ablei- tung des TSG aus dem ZG (TSG = 1,16 x ZG + 2,95); 5 zweijähriges Ergebnis aus den Jahren 2016 und 2017; 6 Daten 2015 aus der WP S1 und 2016 aus der WP S2 – Stufe mit Fungizid, Ableitung des TSG aus dem ZG (TSG = 1,16 x ZG + 2,95) Die Feldaufgänge in diesem Früh- jahr waren durch- weg gut. 14 | Zuckerrübenjournal LZ 29 · 2018
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