Zuckerrüben Journal Nr. 01/2023
LZ 8 · 2023 Zuckerrübenjournal | 13 | Z U C K E R | T E C H N I K A N B A U B E T R I E B S W I R T S C H A F T | M A R K T | P O L I T I K | A K T U E L L E S | Conviso Smart – die neuartige Unkrautkontrolle Das 2023 neu zur Verfügung stehende Produktionssystem Conviso Smart ist in Nachbarländern bereits seit einigen Jahren etabliert. Dort konnten erste positive Erfahrungen gesammelt werden und einige Besonderheiten, auf die es zu achten gilt, haben sich gezeigt. D as System besteht aus zwei Kom- ponenten: erstens aus einer herbi- zidresistenten Rübensorte mit der Kennzeichnung „Smart“ im Namen – es handelt sich nicht um Gentechnik, die Resistenz beruht auf klassischer Züchtung – und zweitens aus einem an die Resistenz angepassten Herbizid namens „Conviso One“. In Deutschland erfolgt die Markt- einführung zur kommenden Saison. Im Einführungsjahr 2023 wird das System nur von der KWS vertrieben. Andere Züchter, wie zum Beispiel SES-Vander- Have und Betaseed, verfügen ebenfalls über Lizenzen zur Produktion von Saatgut und werden in den nächsten Jahren mit eigenen Sorten folgen. Das Herbizid Conviso One mit Foramsulfu- ron 50 g/l und Thiencarbazone 29 g/l wird von Bayer bereitgestellt. Durch die züchterische Resistenz der smarten Zuckerrüben gegenüber ALS-Hem- mern beziehungsweise Sulfonylharn- stoffen sind diese komplett unemp- findlich gegen die Wirkstoffe. Die Rübe muss die Wirkstoffe nicht meta- bolisieren. Die Anwendung ist für die smarte Rübe somit hochverträglich und der von klassischen Herbizidan- wendungen bekannte Herbizidstress nicht zu befürchten. Aber Achtung: Standardrüben ohne Resistenz-Gen überleben eine Anwendung mit dem Herbizid Conviso One nicht – gleiches gilt auch für minimale Rückstände des Herbizids Conviso-One in der Spritze. Zukünftig ist Rübe also nicht mehr gleich Rübe und es ist genau darauf zu achten, auf welcher Fläche welche Sorte steht. Insbesondere wenn zeit- gleich smarte und konventionelle Sor- ten im Betrieb oder auf benachbarten Rübenschlägen anderer Betriebe ange- baut werden, ist hier höchste Vorsicht geboten. Wie wird Conviso One angewendet? Auf nicht drainierten Flächen sollte das Herbizid im Splitting ab BBCH 12 bis 18 der Zuckerrübe mit zweimal 0,5 I/ha, also maximal 1,0 l/ha Gesamt- menge mit mindestens zehn Tagen Abstand angewendet werden. Zugelas- sen ist aber auch die Einmalanwen- dung mit voller Aufwandmenge. Das Herbizid wird 1 : 1 mit dem Additiv Mero aufgemischt. Unter trockenen Bedingungen dürfen auch bis zu 1,0 l je ha Mero je Anwendung zum Einsatz kommen. Alternative Additive sind ebenfalls möglich. Mit der ersten NAK sollte begonnen werden, wenn die Melde- und Gänsefußarten das BBCH 12 (zwei Laubblätter) erreicht haben. Aktuelle Conviso- Sorten haben zum Teil noch Probleme mit der Blatt- gesundheit. Unkrautprobleme und konventionelle Wildrüben lassen sich mit dem neuen Herbi- zidsystem gut bekämpfen.
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