Zuckerrüben Journal Nr. 01/2023
14 | Zuckerrübenjournal LZ 8 · 2023 | A K T U E L L E S | P O L I T I K | M A R K T | B E T R I E B S W I R T S C H A F T A N B A U T E C H N I K | Z U C K E R | Auf drainierten Flächen ist die volle Aufwand- menge nur im Hacke-Band-Ver- fahren zugelas- sen. Die zweite NAK folgt 14 Tage später und bildet unter normalen Umständen den Abschluss der Herbizidanwendun- gen, da das Herbizid sowohl über eine Blatt- als auch über eine Bodenwir- kung verfügt. Bei verspäteter Anwen- dung auf zu große Unkräuter ist die Wirkung nicht mehr sicher. Hier ist gegebenenfalls der Zusatz weiterer blattaktiver Komponenten zu prüfen. Bayer empfiehlt hier den Zusatz von 1,0 l/ha Betanal Tandem, aber auch Eigenmischungen zum Beispiel mit 0,25 bis 0,5 l/ha Oblix (Ethofumesat), 1,0 bis 2,0 l/ha Betasana SC (PMP) kön- nen ebenfalls verwendet werden. Beim Zusatz blattaktiver Mittel gelten die altbekannten Empfehlungen zu Anwendungsbedingungen und Auf- wandmengen in Abhängigkeit der Wachsschicht. Auf drainierten Flächen ist die volle Aufwandmenge von 1,0 l/ha oder zweimal 0,5 l/ha nur im Hacke-Band- Verfahren zugelassen. Hierbei darf das Band, das eine Applikation erhält, maximal 45 % der Fläche ausmachen. Zur Berechnung der Tankmischung wird dann für alle Komponenten der Spritzbrühe (Herbizide, Additive, Was- ser) der Faktor 0,45 angesetzt. Auch hier gelten die Hinweise zum Anwen- dungszeitpunkt, zum Einsatz von Additiven und zum Spritzstart ver- gleichbar den nicht drainierten Flä- chen. Eine weitere Zulassung für drai- nierte Flächen besteht mit maximal 0,5 l/ha in der Flächenanwendung. Dies entspricht der halben Aufwand- menge für nicht drainierte Flächen und wird ausdrücklich nicht empfoh- len, weil aufgrund der Halbierung der Wirkstoffmenge eine hohe Resistenz- gefahr besteht und die Wirkung even- tuell nicht ausreicht. Erste Versuchsergebnisse zeigen, dass in Kombination mit klassischen Rübenherbiziden auch die geringere Aufwandmenge auf drainierten Flä- chen bei einer Flächenspritzung zu guten Behandlungserfolgen führen kann. Allerdings werden solche Kom- binationen im Einführungsjahr von Bayer und KWS nicht empfohlen, weil hier für die Zukunft noch weitere Ent- wicklungsarbeit geleistet werden soll. Dabei geht es sowohl um ein effizien- tes Resistenzmanagement bei redu- zierter Aufwandmenge als auch um Verträglichkeit und Wirkungssicher- heit. Was können Landwirte tun, die sich für 2023 auf drainierten Flächen für Conviso Smart entschieden haben? ◾ Anwendung des Systems im Hacke- Band-Verfahren wie beschrieben ◾ Innerbetrieblich Flächen tauschen => Einsaat von Conviso-Sorten auf nicht drainierten Flächen ◾ Spritzfolge oder Mischung mit klas- sischen Rübenherbiziden – auf eige- nes Risiko! ◾ Konventionelle Rüben auf drainier- ten Flächen anbauen (Saatgut tau- schen) Welche Unkräuter werden erfasst? Durch die sehr gute Blattwirkung und eine gute Bodenwirkung und die bekanntermaßen geringe Abbauraute der Wirkstoffe im Conviso One ist auch eine gute Dauerwirkung zu erwarten. Der von der Praxis zum Teil disku- tierte Zusatz von Metamitron oder Ethofumesat in der Spritzfolge sollte daher in der Regel bei voller Aufwand- menge von Conviso One nicht erfor- derlich sein. Gut bis sehr gut erfasst werden unter anderem Fuchsschwanz, Getreide, Hirsen, Knöteriche, Zaun- winde, Nachtschatten, Kamille, Distel, Amarant, und Gänsefuß. Auch Problem- Unkräuter wie Ausfallraps, Ölrettich, Stechapfel oder Samtpappel werden erfasst. Aktuell stehen in klassischen Rübensorten noch ausreichend Herbi- zide zur Verfügung, um diese Pro- bleme auch ohne Conviso zu lösen. Dies könnte sich zukünftig ändern, falls weitere bewährte, vor allem blatt- aktive Wirkstoffe wegfallen sollten. Was spricht also aktuell für Conviso? Problemunkräuter oder starker Schos- serrübenbesatz (konventionell) aus vergangenen Anbauperioden werden durch Conviso One erfasst. Aber auch hier gilt es, auf ein gutes und konse- quentes Management zu setzen. Schos- ser in Conviso-Flächen gilt es frühzei- tig und komplett zu entfernen. Ebenso ist nach der Ernte auf eine sichere Zer- kleinerung und Einarbeitung der Rübenköpfe Wert zu legen. Sonst kön- nen angewachsene Rübenköpfe nach milden Wintern in der Nachkultur zu Schosserrüben werden. Sicherer sind hier Rodesysteme mit Entblattung. Was ist bei der Anwendung zu beachten? Das Herbizid Conviso One darf nur in resistenten Zuckerrüben mit Namens- zusatz „Smart“ angewendet werden. Bei der Saat ist entsprechendes Saat- gut erst auf den zweiten Blick an der verdeckt angebrachten violetten Hüll- masse zu erkennen. Diese wird zunächst durch die markentypische Saatgutkennzeichnung in klassischem Orange verdeckt. Innerbetrieblich gilt Resistenzmanagement in Conviso-Fruchtfolgen Folgende Mittel sollten in der Fruchtfolge mit Conviso-Rüben nach Möglichkeit vermieden werden* Getreide Mais Raps Kartoffel Leguminosen Zuckerrübe Broadway Adengo Clearfield Cato keine Einschränkung möglichst weite Fruchtfolge Atlantis Maister Power Avoxa Motivell Forte Husar Elumis Pointer Zingis Ariane C … Biathlon Concert Omnera * Die Liste zeigt Beispiele und ist nicht vollständig. Grundsätzlich geht es darum, den zu häufigen Einsatz jeglicher ALS- Hemmer zu überdenken.
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