Zuckerrüben Journal Nr. 01/2023
LZ 8 · 2023 Zuckerrübenjournal | 15 | Z U C K E R | T E C H N I K A N B A U B E T R I E B S W I R T S C H A F T | M A R K T | P O L I T I K | A K T U E L L E S | besonders resistenzgefährdet, da ver- gleichbare Wirkstoffe bislang bereits in anderen Kulturen zur Gräserbe- kämpfung eingesetzt wurden. Hier sollte nichts stehen bleiben. Spritzenreinigung dringend durchführen Nach der Anwendung von Conviso One ist immer eine Reinigung der Pflanzenschutzspritze erforderlich – egal, welche Kultur in der Anwendung folgt. Hier gilt es, besonderes Augen- merk walten zu lassen, insbesondere dann, wenn smarte Rüben und kon- ventionelle Rüben im Betrieb parallel angebaut werden. In diesem Fall sollte mit einer gereinigten Feldspritze in den konventionellen Rüben begonnen und dann sollten die smarten Rüben behandelt werden. In dieser Reihen- folge ist keine Reinigung erforderlich – andersherum schon! Resistenzmanagement: in Fruchtfolgen denken Die Einführung des neuen Herbizidsys- tems macht es einmal mehr erforder- lich, die Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes zu berücksichtigen und den Einsatz von Herbiziden in der Fruchtfolge zu betrachten, um Resis- tenzen zu vermeiden. Da in anderen Kulturen wie Getreide oder Mais bereits Herbizide mit vergleichbaren Wirkstoffen zum Einsatz kommen, besteht die Gefahr eines zu einseitigen Herbizideinsatzes. Bislang profitieren Rübenregionen von einem geringen Resistenzstatus. Probleme mit Acker- fuchsschwanz spielen zum Beispiel bis dato eine deutlich geringere Rolle. Der vermehrte Einsatz von ALS-Hemmern, auch in der Zuckerrübe, könnte diese komfortable Situation in Gefahr brin- gen und Probleme entstehen lassen. Daher gilt es, frühzeitig auf ein effizi- entes Resistenzmanagement zu achten. Die Tabelle veranschaulicht, welche Produkte möglichst nicht nach Conviso One in anderen Kulturen eingesetzt werden sollten, um einen Wirkstoff- wechsel zu vollziehen. Nicht immer gibt es ausreichend Alternativen und daher ist die Betrachtung auch nicht absolut zu verstehen – ein zweimaliger Einsatz von ALS-Hemmern ist schließ- lich nicht verboten – er sollte aber immer sorgfältig abgewogen werden und mögliche Alternativen sind zu prüfen. Am Beispiel von Winterweizen bedeutet dieser Grundsatz, dass der Rübenweizen möglichst im Herbst auf Basis des Wirkstoffs Flufenacet behan- delt werden sollte. Frühjahrsbehand- lungen mit Broadway oder Atlantis sollten möglichst nach dem Anbau von Conviso-Rüben vermieden werden. Hierzu gehört natürlich auch ein pas- sender, nicht zu später Saattermin und damit ein angepasster Rodetermin der Conviso-Rüben. Daher ist der Einsatz des Conviso-Systems auf Flächen mit stärkerem Gräserdruck mit Acker- fuchsschwanz oder Weidelgras nicht unbedingt angeraten. Liegen bereits ALS-Resistenzen bei den Gräsern vor, verbietet sich der Einsatz gänzlich. Wann sollte das Conviso-System nicht verwendet werden? Grundsätzlich wird das Conviso- Anbausystem nur empfohlen, wenn innerbetrieblich im Rahmen der Fruchtfolge die Möglichkeit besteht, bei den anderen Kulturen andere her- bizide Wirkstoffgruppen zum Einsatz zu bringen. Besteht diese Möglichkeit nicht, entstehen im Laufe der Zeit Resistenzen. Wo diese bereits bekannt sind, verbietet sich der Einsatz von Conviso! Ein Betrieb, der in anderen Fruchtfolgegliedern außer der Zucker- rübe bislang intensiv auf ALS-Hemmer setzt und auch nicht ohne diese aus- kommt, sollte nicht auch noch in der Rübe auf diesen Mechanismus setzen. Des Weiteren sollte man sich grund- sätzlich immer die Frage stellen, ob auf den Flächen eine besondere es genau zu dokumentieren, auf wel- chem Schlag Conviso-Rüben stehen, um Verwechslungen und Spritzschä- den zu vermeiden. Denken Sie auch daran, frühzeitig mit Ihren Feldnach- barn zu sprechen. Wenn diese neben Ihren Conviso-Rüben klassische Sorten anbauen, sind Überlappungen tödlich für diese Rüben. Durch die breite Wirksamkeit von Conviso One ist gene- rell auf die Nachbarkulturen und Weg- randstreifen zu achten – auch Getreide und Mais werden eine solche Applika- tion vielfach nicht überleben. Da es sich um einen Sulfonylharn- stoff handelt, sollte zum Anwendungs- zeitpunkt die Luftfeuchtigkeit mög- lichst über 60 % liegen. Auch Tausprit- zungen in den Morgenstunden sollten daher in Betracht gezogen werden. Diese stellen im Gegensatz zum klassi- schen Herbizideinsatz in Zuckerrüben keine Gefahr dar. Das gilt selbstver- ständlich nicht, sobald klassische blatt- aktive Komponenten zur Wirkungsab- sicherung ergänzt werden. Dann sind die Aufwandmengen wie üblich an die Anwendungsbedingungen anzupas- sen, um Kulturschäden zu vermeiden. Natürlich darf das Herbizid nicht von taunassen Beständen ablaufen. Sollten nach der Anwendung von Conviso One Ungräser, wie zum Bei- spiel Ackerfuchsschwanz oder Weidel- gras, nicht ausreichend bekämpft wor- den sein, sind diese zwingend zu einem passenden Zeitpunkt mit Focus Ultra plus Dash oder Select plus Radia- mix nachzubehandeln! Gerade bei der Gräserbekämpfung ist das System Bei dem Einsatz des Conviso-Sys- tems ist noch mehr als bei ande- ren Anwendungen unbedingt auf eine flächen- scharfe Applika- tion zu achten, um Schäden an Feldrändern und benachbarten Schlägen zu ver- meiden.
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