Zuckerrüben Journal Nr. 01/2023

LZ 8 · 2023 Zuckerrübenjournal | 17 | Z U C K E R | T E C H N I K A N B A U B E T R I E B S W I R T S C H A F T | M A R K T | P O L I T I K | A K T U E L L E S | Die Rübe für nitratbelastete Gebiete Viele Landwirtinnen und Landwirte haben schon in den letzten Jahren Erfahrungen mit der um 20 % reduzierten Stick- stoffdüngung in der Zuckerrübe, aber auch in allen anderen Kulturen gesammelt. Durch die Neuausweisung der nitrat- belasteten Gebiete im Dezember ist die Betroffenheit im südlichen Rheinland deutlich gestiegen. In nitratbelaste- ten Gebieten muss die Dün- gung neu über- dacht werden. Foto: Twan Wiermans U nter den klassischen Ackerbau- kulturen führen starke Einsparun- gen bei der N-Düngung zum Beispiel in Weizen und Raps zu einem höheren Anbaurisiko. Sowohl die Erntemenge als auch die Qualitäten können negativ beeinflusst werden, wenn man zu stark reduziert. Hingegen gehört ne- ben Mais die Zuckerrübe zu den Kultu- ren, bei denen sich Einsparungen ein- facher vornehmen lassen. Durch die lange Standzeit und die tiefe und in- tensive Durchwurzelung des Bodens schafft es die Zuckerrübe, sich sehr gut Nährstoffe anzueignen. Warum besonders für organische Düngung? Zu Zuckerrüben lassen sich – wie auch bei anderen Sommerungen – optimal organische Düngemittel platzieren. Flüssige organische Düngemittel kön- nen bei direkter Einarbeitung mit ver- lustmindernder Technik optimal ein- gesetzt werden. Auch ein paralleles Einarbeiten im absätzigen Verfahren auf unbestelltem Acker ermöglicht eine sehr effiziente Stickstoffausnut- zung. Dann ist jedoch ein unmittelba- res paralleles Einarbeiten unumgäng- lich, um die Stickstoffverluste in die Atmosphäre so stark wie möglich zu reduzieren und die größtmögliche Nutzbarkeit für die Zuckerrübe zu generieren. Die neue Internetanwen- dung Ammon der Landwirtschafts- kammer Nordrhein-Westfalen unter www.ammon-nrw.de gibt hier Hilfe- stellung. Es lässt sich berechnen, unter welchen Witterungs- und Ausbrin- gungsbedingungen mit welchen Ver- lusten zu rechnen ist. So ist es möglich, die organische Düngung schon vor der Ausbringung zu optimieren. In Grafik 1 und 2 ist ein Beispiel zum Einsatz von Mastschweinegülle zu sehen. Hier wird gezeigt, welche Auswirkungen eine unmittelbare Ein- arbeitung zu einer stark verzögerten Einarbeitung der Gülle hat. In diesem Beispiel sind die Witterungsbedingun- gen und Ausbringungsmenge gleichge- halten. Allein durch eine unmittelbare Einarbeitung lassen sich in der Summe 8 % NH 4 -Stickstoffverlust reduzieren. Mit 20 m³ Gülle bringen wir in dem Beispiel 84 kg NH 4 -N aus. Betrachtet man die Ausbringungsverluste bei einer Einarbeitungszeit von vier Stun- den (20 %) und bei einer Ausbringungs- zeit von einer Stunde (12 %), ergibt sich eine Differenz von 8 %, was bei einer

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