Zuckerrüben Journal Nr. 01/2023
18 | Zuckerrübenjournal LZ 8 · 2023 | A K T U E L L E S | P O L I T I K | M A R K T | B E T R I E B S W I R T S C H A F T A N B A U T E C H N I K | Z U C K E R | organischer Düngung im Vergleich zu der durch die Düngeverordnung gefor- derten Mindestwirksamkeit aufgeführt. Unter kritischen Bedingungen und auf schwächeren, kälteren Standorten ist es jedoch auch möglich, dass nicht ein- mal die Mindestwirksamkeit der Dün- geverordnung erreicht wird. Das Hauptaugenmerk sollte auf passende Ausbringungstermine und optimale Technik gelegt werden – wohl wissend, dass die Terminfindung von vielen anderen Faktoren beeinflusst wird. Zwischenfrucht und Vorfrucht Eine weitere Stellschraube ist die Berücksichtigung der Vorfrucht und vor allem der Zwischenfrucht. Im nitratbelasteten Gebiet ist der Zwi- schenfruchtanbau vor Sommerungen, die gedüngt werden sollen, verpflich- tend. Standardmäßig werden bei der Düngebedarfsermittlung Abzüge je nach Zwischenfrucht oder Vorfrucht gemacht. Hier werden die Abzüge unabhängig vom Umbruchtermin, der Biomasse des Aufwuchses und der Bodengüte gemacht. Viele Praktiker haben eigene Erfahrungswerte für die im Betrieb vorkommenden Vorfrüchte gesammelt, die in Tabelle 2 zusammen- gefasst wurden. Die Erfahrungswerte haben eine bewusst weite Spanne, weil die Nachlieferung zum Beispiel bei Zwischenfrüchten von vielen Faktoren abhängig ist. So kann zum Beispiel eine frohwüchsige Zwischenfruchtmi- schung, die spät umgebrochen wird, mehr Stickstoff nachliefern als eine spät gesäte, schlecht entwickelte und früh umgebrochene Zwischenfruchtmi- schung. Sicherlich ist das Andünge- verbot von Zwischenfrüchten in § 13a-Gebieten nicht förderlich für eine gute Entwicklung der Zwischenfrucht. Wird eine Zwischenfrucht bei aus- reichend Feuchtigkeit und intensiver Bodenbearbeitung mit optimaler Bestelltechnik gedrillt, kann das Ergebnis aus den Erfahrungen der letzten Jahre auch ohne Düngung gut sein. Als weiterer Faktor sollten auch die gesamte Fruchtfolge und die Nach- lieferung der Vorfrucht und Erntereste berücksichtigt werden. Hier kann die Zuckerrübe bei guten Erntebedingun- gen und passenden Mineralisierungs- bedingungen über das Rübenblatt Nährstoffe für die folgende Kultur zur Verfügung stellen. Eine gute Beobach- tungsgabe der Betriebsleiterin oder des Betriebsleiters hilft, die betriebsin- dividuellen Potenziale zu identifizie- ren und zu nutzen. Was zeigen die Versuche? Seit vielen Jahren werden am Ver- suchsstandort der Landwirtschafts- kammer NRW in Kerpen-Buir Versu- che zur Fruchtfolge mit Kartoffeln und Zuckerrüben mit verschiedenen Dün- gestrategien durchgeführt. Hier geht es darum, die Wirkung verschiedener organischer Dünger auf den Humusge- halt und die Ertragsstabilität zu ermit- teln. Daraus abgeleitet ergeben sich Ausbringungsmenge von 84 kg NH 4 -N/ ha einen Verlust von rund 7 kg NH 4 -N/ ha bedeutet. Dies kann durch höhere Temperaturen und stärkere Windge- schwindigkeiten noch deutlich vergrö- ßert werden. Wird bei der Ausbrin- gung auf optimale Bedingungen geachtet und ist die Wasserversorgung der Böden passend, kann es auch zu höheren Wirksamkeiten kommen als durch die Düngeverordnung gefordert. In Tabelle 1 sind die Erfahrungs- werte der Wirksamkeit bei langjähriger Grafik 2: Relativer Verlust bei Ausbringung mit Schleppschlauchverteiler und flacher Einarbeitung nach vier Stunden Grafik 1: Relativer Verlust bei Ausbringung mit Schleppschlauchverteiler und flacher Einarbeitung nach einer Stunde
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