Zuckerrüben Journal Nr. 01/2023

20 | Zuckerrübenjournal LZ 8 · 2023 | A K T U E L L E S | P O L I T I K | M A R K T | B E T R I E B S W I R T S C H A F T | A N B A U T E C H N I K Z U C K E R | Auf vielen Standorten setzten Land- wirte ihre freien Beregnungskapazitä- ten ein. Hat sich die Beregnung er- trags- und qualitätsmäßig rentiert? Die folgenden Erkenntnisse sind als mögliche Tendenzen in einem Dürre- jahr zu sehen. Es sind lediglich einjäh- rige Proberodungen auf Praxisflächen ohne statistische Absicherung. Einsatz in der Praxis Drei Betriebe nahmen an der Unter- suchung teil. Es wurden insgesamt vier geeignete Parzellen beprobt, auf denen Teile beregnet und Teile nicht beregnet wurden, um einen direkten Vergleich zu haben. Mögliche Ertragszuwächse über die Saison wurden durch unter- schiedliche Beprobungstermine beob- achtet. Die Beprobung erfolgte kurz vor der Ernte. Dafür wurden in beregneten und in unberegneten Bereichen jeweils dreimal 2 x 3 m Zuckerrüben von Hand geerntet. Die Ergebnisse wurden zur Vergleichbarkeit alle auf 16 % Zucker- gehalt umgerechnet. Eine Parzelle in Wachtendonk und eine bei Honsdorf standen für den ers- ten Rodetermin zur Verfügung. Für den zweiten Termin war es eine Par- zelle in Linnich und für den dritten Termin eine in Geilenkirchen. Die Bodengüte in Wachtendonk und Gei- lenkirchen war relativ gering mit etwa 40 Bodenpunkten. Das Ertragspoten- zial der Parzellen in Linnich und Honsdorf war mit 70 Bodenpunkten höher, wobei die Parzellen in Honsdorf durch Kiesstellen heterogen waren. Die Kulturführung war auf allen Standorten vergleichbar. Die Düngung erfolgte mineralisch oder organisch. Beregnet wurde auf allen Parzellen mit einer Kanone, außer in Linnich. Dort erfolgte die Beregnung mithilfe eines Düsenwagens. Wann wurde beregnet? Bei der Praxisfläche in Wachtendonk wurde Ende Juli das erste Mal die Beregnung eingesetzt. Da nennens- werte Niederschläge ausblieben, wurde in der zweiten Augustwoche eine zweite Beregnungsgabe durchgeführt. Der Zuckerrübenbestand entwickelte sich mit den Beregnungsgaben über die Saison gut. Die Beregnungsgänge sind Beregnung – hat sich der Aufwand 2022 gelohnt? Das Jahr 2022 war ein weiteres Trockenjahr. Betriebe mit freier Beregnungskapazität haben zumTeil die Zuckerrüben beregnet. Hat sich der Aufwand bei den prognosti- zierten guten Verkaufspreisen gelohnt? Dazu wurden auf Praxisbetrieben in Zusam- menarbeit der Landwirtschaftskammer NRWmit dem Landwirtschaftlichen Informa- tionsdienst Zuckerrübe (LIZ) von Pfeifer & Langen Untersuchungen durchgeführt. Zuckerrüben- bestand in Wach- tendonk. D ie Rübenerträge waren 2022 in den meisten Regionen, auch auf- grund möglicher Beregnung, zufrie- denstellend. Generell konnten die Zu- ckerrüben in diesem Sommer trotz der Trockenheit von den Wasserreserven im Boden des letzten Jahres profitie- ren. Die ersten Proberodungen des Rheinischen Rübenanbauer-Verbandes (RRV) Mitte Juli sahen vielverspre- chend aus. Als der Niederschlag jedoch über Wochen aussetzte, konnte die Zu- ckerrübe trotz ihrer guten Wasseran- eignungsfähigkeit den Wasserbedarf nicht decken und zeigte Trockenstress.

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