Zuckerrüben Journal Nr. 01/2023
LZ 8 · 2023 Zuckerrübenjournal | 21 | Z U C K E R T E C H N I K A N B A U | B E T R I E B S W I R T S C H A F T | M A R K T | P O L I T I K | A K T U E L L E S | kurz nach den Hitzephasen angesetzt worden, somit konnte der Bestand in den kühleren Phasen das Wasser in Wachstum umsetzen. Durch die Wahl des ersten Rodetermins konnte auf eine Fungizidbehandlung verzichtet werden und der Bestand war sehr gesund. Die Proben ergaben einen hochge- rechneten Ertrag von 75,5 t/ha bei der Variante ohne Beregnung im Vergleich zu 105,8 t/ha bei der Variante mit Beregnung (auf 16 % Zucker umgerech- net). Die gesamte Parzelle hatte am 23. September bei der Lieferung zur Fabrik einen Ertrag von 79,61 t/ha bei 17,09 % Zucker, was umgerechnet auf 16 % Zucker 85,7 t/ha entsprechen würde. Die zweite Parzelle für den ersten Rodetermin war in Honsdorf. Dort wurde am 1. September mit 40 mm eine Teilfläche bewässert. Diese ein- malige Bewässerung half dem Bestand auf dem besseren Boden, bis zum ers- ten Rodetermin durchzuwachsen. Lediglich auf den Kiesstellen in der Parzelle war Trockenstress im Saison- verlauf zu erkennen. Da hier der Krankheitsdruck deutlich höher war, wurde hier mit Fungizidmaßnahmen gegengesteuert. Der Bestand war zur Ernte gesund, jedoch war der Trocken- stress auf den Kiesstellen gut zu erken- nen. Die Parzelle wurde ebenfalls Ende September an der Fabrik abgelie- fert. Der Ertrag lag bei 98,5 t/ha und der Zuckergehalt bei 15,78 % (97,1 t/ha Ertrag bei 16 % Zucker). Im Mittel zweier Proben wies die Parzelle 90 t/ ha Ertrag ohne Beregnung im Ver- gleich zu 127,5 t/ha mit Beregnung auf. Der Ertragszuwachs ist im Nachhi- nein eher geringer einzuschätzen. Bei der Auswertung von Satellitenkarten ist die Heterogenität des Schlags deut- lich geworden. Auf dem Standort Linnich entwi- ckelte sich der Bestand ebenfalls gut. Hier hatte die erste Herbizidbehand- lung allerdings nicht richtig gegriffen. Nach der Beregnung am 8. August erkannte man deutliche Unterschiede im Blattapparat im Vergleich zur unbe- regneten Variante. Ein doppelt bereg- neter Streifen war sowohl optisch als auch später in den Proben nicht zu erkennen. Im weiteren Verlauf zeigte sich leichter Trockenstress bei den Pflanzen. Aufgrund kleinerer Nieder- schlagsmengen wurde auf einen weite- ren Beregnungsgang verzichtet. Trotz dreier Fungizidbehandlungen haben die Rüben eine starke Schädigung durch Cercospora beticola erfahren. Auf einem Teil der Parzellen stand eine blattgesunde Sorte mit einem wesentlich geringeren Befall. Die Ergebnisse der Beprobung zeig- ten eine hohe Heterogenität und wie- sen im Durchschnitt nur leichte Ertragszuwächse durch die Beregnung auf. Ohne Beregnung wurden 75 t/ha und mit Beregnung 82 t/ha ermittelt. Bei der Zuckerfabrik wurden 96 t/ha bei 16,9 % Zucker abgeliefert, was 102 t/ha bei 16 % Zucker entspricht. Die Parzelle in Geilenkirchen wurde zum dritten Termin gerodet. Der heterogene Schlag wurde in vier Beregnungsterminen mit insgesamt 155 l/m² bewässert. Die Beregnung erfolgte am 27. Juli, 8. August, 19. August und am 3. September. Durch die intensive Beregnung konnte ein Ertrag von 91 t/ha bei 17,08 % Zucker- gehalt (98 t/ha bei 16 % Zucker) erzielt Tabelle 1: Allgemeine Anbaukosten Kosten Zuckerrüben Saatgut 240,00 € Grunddüngung Kali/Schwefel/Phosphor 250,00 € N-Düngung 370,00 € Pflanzenschutz 350,00 € Maschinenkosten ohne Beregnung 540,00 € Sonstiges 100,00 € Zinsansatz 50,00 € Lohnansatz 250,00 € Summe Kosten 2 150,00 € Tabelle 2: Aufstellung der Beregnungskosten Beregnungskosten Abschreibung 0,26 € /m³ Zinsansatz 0,07 € /m³ Unterhaltung 0,05 € /m³ Energiekosten 0,13 € /m³ Umsetzungskosten 0,35 € /m³ 0,86 € /m³ Rübenerlös 5,00 € /dt (16 %) werden. Bei den Beprobungen am 18. November wurde ein Ertrag von 86,6 t/ha ohne Beregnung und 131,8 t je ha mit Beregnung ermittelt. Auch dieser Bestand ist nach dem Befall mit Cercospora neu ausgetrieben. Aller- dings war der Zuckergehalt mit 18 % bei der Beprobung auffallend gut. Lohnt sich das? Die Berechnung der Wirtschaftlich- keit der Beregnung soll zeigen, ob sich der hohe Aufwand der Landwirte auf diesen Flächen ausgezahlt hat. Dafür wurden vereinfacht die in Tabelle 1 aufgelisteten Kosten angesetzt. In der Praxis unterscheidet sich der indivi- duelle Aufwand der Betriebe in Abhängigkeit von den Bedingungen vor Ort. In Wachtendonk wurde bei- spielsweise kein Fungizid eingesetzt. Die Kosten für die N-Düngung können durch eigene organische Düngung oder durch gute Kontrakte geringer oder aber durch andere Angebote und Lieferbedingungen teurer als die in der Liste sein. Am besten sollten hier eigene Zahlen verwendet werden. Die Beregnungskosten setzen sich aus den in Tabelle 2 genannten Einzelfaktoren zusammen. Die Investitionskosten werden auf 20 Jahre abgeschrieben und mit einem durchschnittlichen Einsatzumfang pro Jahr umgerechnet. Für die Energiekos- ten werden 1,3 €/l Diesel bei 5 l/Std. Verbrauch mit einer Förderleistung von 50 m³/Std. angenommen. Bei den Umsetzungskosten wird 1 Std. Arbeit Zuckerrüben nach Beregnung in Honsdorf. Zuckerrüben ohne Beregnung in Hondorf
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