Zuckerrüben Journal Nr. 01/2023
22 | Zuckerrübenjournal LZ 8 · 2023 | A K T U E L L E S | P O L I T I K | M A R K T | B E T R I E B S W I R T S C H A F T | A N B A U T E C H N I K Z U C K E R | Fazit Die einjährige Untersuchung weist da- rauf hin, dass durch Beregnung bei starker Trockenheit ein Mehrertrag erzielt werden kann. Damit dieser Mehrertrag wirtschaftlich ist, müssen optimale Bedingungen vorherrschen. Der Schlag muss gut geschnitten sein, damit die Umsetzung der Beregnungs- technik schnell erfolgen kann. Die Energiekosten müssen im Rahmen bleiben. Die Beregnungsbedingungen sollten optimal sein, damit das gege- bene Wasser bestmöglich verwertet werden kann. Bei guten Böden mit ausreichender Wasserspeicherfähig- keit und gefülltem Vorrat sind die Effekte der Beregnung als gering ein- zuschätzen. Der Krankheitsdruck mit Cercospora kann durch die Beregnung erhöht werden und damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit eines Fungi- zideinsatzes. Im Vergleich zu intensiveren Kultu- ren, wie zum Beispiel Kartoffeln, ist der Mehrerlös durch die Beregnung der Zuckerrüben geringer einzuschät- zen. Daher sollten intensivere Kultu- ren vorrangig beregnet werden. Dennoch können freie Beregnungs- kapazitäten in sehr trockenen Jahren für die Zuckerrübe genutzt werden. Der Ertrag wird stabilisiert und Ver- träge können besser erfüllt werden. Auf schlechten Standorten sollte der Rodetermin berücksichtigt werden, damit das Wasserkontingent nicht überschritten wird. Simon Keutmann, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen pro 3,6 ha und Beregnungsgang ange- setzt. Dieser Faktor wird vor allem durch die Feldentfernung und den Flächenzuschnitt bestimmt und ist als optimal anzusehen. Alle Praxisflächen waren optimal geschnitten und bereg- nungstechnisch gut erschlossen. In Tabelle 3 wurde der Ertrag der unberegneten und beregneten Flä- chen in Bezug zum Realertrag gesetzt. Somit reichte bei allen Parzellen in diesem Jahr der Mehrertrag dazu aus, die Beregnungskosten zu decken und einen Mehrerlös durch Beregnung zu erzielen. Anzumerken ist, dass diese Zahlen als Ergebnisse aus einem Tro- ckenjahr zu sehen und nicht zu verall- gemeinern sind. Auf Praxisbetrieben, die über eine gute Beregnungsinfra- struktur verfügen, werden die Bereg- nungskosten erheblich reduziert. Die Streuung der Proben, die Erfahrungen der Landwirte und die Auswertung der Satellitenkarten lassen auf mögli- che Fehlerquellen durch heterogene Böden schließen. Auf der Fläche in Honsdorf ist bei- spielsweise der relativ große Unter- schied im Ertrag zwischen beregneten und unberegneten Zuckerrüben nicht nur auf die Wirkung der Beregnung, sondern auch auf den Standort und auf die Bodenverhältnisse zurückzufüh- ren. Neben den wirtschaftlichen Vor- zügen konnte aber auch mit der Bereg- nung der gegebene Stickstoff effektiv verwertet werden. Dies erhöht die Nachhaltigkeit und trägt zum Grund- wasserschutz bei. Der Ertrag wurde durch die Beregnung um etwa 3 dt/ mm erhöht. Nach der Düngerbedarfs- ermittlung entziehen Zuckerrüben 0,18 kg N pro dt/ha. Somit wurden in Wachtendonk knapp 47 kg N/ha mehr verwertet, in Honsdorf 53,1 kg N/ha, in Linnich 18 kg N/ha und in Geilenkir- chen 63 kg N/ha. Es wurden im Schnitt 0,5 kg N/ha pro beregneten Millimeter zusätzlich verwertet. Tabelle 3: Berechnung der Wirtschaftlichkeit von Beregnung Wachtendonk Art Ertrag Erlös Kosten Überschuss unberegnet 640 dt/ha 3 200,00 € –2 150,00 € 1 050,00 € beregnet 900 dt/ha 4 500,00 € –2 150,00 € – Beregnungsmenge 80 mm –688,00 € 1 662,00 € Effizienz/Differenz 3,25 dt/mm 612,00 € Honsdorf Art Ertrag Erlös Kosten Überschuss unberegnet 700 dt/ha 3 500,00 € –2 150,00 € 1 350,00 € beregnet 995 dt/ha 4 975,00 € –2 150,00 € – Beregnungsmenge 40 mm –344,00 € 2 481,00 € Effizienz/Differenz 7,38 dt/mm 1 131,00 € Linnich Art Ertrag Erlös Kosten Überschuss unberegnet 1 050 dt/ha 5 250,00 € –2 150,00 € 3 100,00 € beregnet 1 150 dt/ha 5 750,00 € –2 150,00 € – Beregnungsmenge 30 mm –258,00 € 3 342,00 € Effizienz/Differenz 3,33 dt/mm 242,00 € Geilenkirchen Art Ertrag Erlös Kosten Überschuss unberegnet 670 dt/ha 3 350,00 € –2 150,00 € 1 200,00 € beregnet 1 020 dt/ha 5 100,00 € –2 150,00 € – Beregnungsmenge 155 mm –1 333,00 € 1 617,00 € Effizienz/Differenz 2,26 dt/mm 417,00 € Nach der Bereg- nung in Linnich waren die Blätter gesünder bei der Proberodung. Fotos: Simon Keutmann (3), Dr. Matheus Kuska (3) Zuckerrüben nach der Proberodung in Geilenkirchen.
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