27.08.2025

Besser als erwartet?

Foto: Johannes Roeb

Die Anbaufläche für Winterweizen erholte sich in NRW zur Ernte 2025 auf etwa 239 000 ha. Johannes Roeb und Heinz Koch, Landwirtschaftskammer NRW, bewerten die Ernte, berichten über die Landessortenversuche und geben Sortenempfehlungen.

Anders als im Vorjahr blicken die meisten Betriebe auf eine gute Ernte zurück, die so vor allem auf schwächeren Standorten nicht sicher zu erwarten war. Auch die diesjährigen Qualitäten lagen auf einem überdurchschnittlichen Niveau, das für eine zuverlässige B-Vermarktung aber weiterhin oft nicht ausreichend war. Abhängig von der geplanten Verwertung, den bodenklimatischen Bedingungen und der betrieblichen Kulturführung kann die Sortenwahl einen erheblichen Einfluss auf eine erfolgreiche Produktion nehmen.

Oft günstige Bedingungen

Anders als im Vorjahr gestaltete sich die Aussaat des Winterweizens im Herbst 2024 überwiegend problemlos. Die meisten Bestände konnten rechtzeitig und gut eta­bliert werden. Die nachfolgend kühle und feuchte Witterung führte zu einer eher verhaltenen Herbstentwicklung, die allerdings nicht grundsätzlich negativ zu bewerten war. Mit der im Frühling einsetzenden Trockenheit begannen die Bestände zunehmend zu differenzieren: Besonders auf leichten Standorten, die überwiegend auf eine organische Nährstoffversorgung angewiesen sind, war vor allem den frühen Sorten eine etwas schwächere Bestandsentwicklung anzusehen. Diese konnte aber teils dadurch kompensiert werden, dass die Pflanzen auch die verbliebene Winterfeuchte etwas besser nutzen konnten und zu den ersten Hitzephasen ab Mitte Juni und Anfang Juli bereits deutlich weiter entwickelt waren.

Das weitere Wachstum und damit die Ertragsbildung wurden überwiegend vom Standort und von den regionalen Niederschlägen bestimmt. Insgesamt konnten die meisten Bestände ihren Wasserbedarf bis zur Kornfüllung aus dem Boden oder über die rechtzeitig zu Ostern eingesetzten Regenfälle decken. Die hohe Sonnenstrahlung begünstigte die fotosynthetische Leistung während der Hauptwachstumsphase.

Begünstigt durch die immer wieder kühle und vor allem zu Vegetationsbeginn trockene Witterung blieb der Krankheitsdruck in den meisten Beständen und auch bei deutlich reduziertem Pflanzenschutzeinsatz sehr gering. Mehltau blieb selten länger als ein paar Tage aktiv. Ein stärkerer Befall mit Gelbrost wurde nur in sehr wenigen Regionen beobachtet. Maßnahmen gegen Blattseptoria waren nur zum Schutz der unteren Blattetagen angeraten, selbst ein bestehender Befall breitete sich selten auf den kritischen oberen Blattapparat aus. Braunrost trat spät und fast nur in den Niederungen auf. Der Wachstumsreglereinsatz diente überwiegend nur dazu, die Bestände abzusichern.

Mehr in LZ 35-2025 ab S. 16


 

 

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