Stimmung weiter im Sinkflug
Das Agrarbarometer erreichte im September den niedrigsten Wert seit Juni 2016
Die Stimmung in der deutschen Landwirtschaft hat sich noch weiter eingetrübt. Laut dem am Freitag vergangener Woche vorgelegten Agrarbarometer der Landwirtschaftlichen Rentenbank sank das Agrar-Geschäftsklima im September 2026 auf -3,1 Punkte und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Juni 2016. Im Juni dieses Jahres belief er sich noch auf -2,9 Punkte. Der Förderbank zufolge haben den landwirtschaftlichen Betrieben insbesondere die hohen Betriebsmittelpreise zugesetzt.
Wie aus dem Agrarbarometer hervorgeht, bewerteten die befragten 1 000 Landwirte und 150 Lohnunternehmer ihre aktuelle wirtschaftliche Lage nun mit -3,5 Punkten nochmals schlechter. Bei den Zukunftserwartungen setzte sich der positive Trend hingegen fort und erreichte im Berichtsmonat nur noch -2,7 Punkte. Bei der vorherigen Erhebung im Juni waren es noch -3,2 Punkte gewesen. Unter Schweine- und Geflügelhaltern erreichte die Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage mit -5,2 Punkten den schlechtesten Wert unter den Produktionsrichtungen. Betriebe mit dem Schwerpunkt Ackerbau bewerteten ihre Lage mit -4,2 Punkten, Milch- und Rinderhalter mit -2,1 Punkten.
Die Rentenbank machte deutlich, dass die Betriebsmittelpreise wesentlich beeinflussten, wie die Betriebe ihre zukünftige wirtschaftliche Lage beurteilten. Insgesamt 49 % der Betriebe mit negativen Erwartungen hätten sie als einen der wichtigsten Gründe genannt, gefolgt von der Agrarpolitik mit einem Anteil von 42 %.
Ungeachtet der wirtschaftlich angespannten Lage haben 74 % der befragten Landwirte und 76 % der teilnehmenden Lohnunternehmer in den vergangenen zwölf Monaten investiert. Laut dem Agrarbarometer planen für das kommende Jahr aber nur noch 52 % der Landwirte und 47 % der Lohnunternehmer Investitionen.
Nicola Steinbock, Sprecherin des Vorstands der Landwirtschaftlichen Rentenbank, stellte fest, dass wirtschaftliche Unsicherheiten, geopolitische Entwicklungen und Wetterextreme neben den hohen Betriebsmittelpreisen den Druck auf die landwirtschaftlichen Betriebe erhöhen. Wichtig ist aus ihrer Sicht, dass Landwirte finanziell handlungsfähig blieben. Steinbock verwies auf das Liquiditätsprogramm I, mit dem die Rentenbank bereits bei finanziellen Engpässen unterstütze. Nach ihren Worten hat die Förderbank seit dem Start des Programms im Juni rund 1 000 Kredite mit einem Gesamtvolumen von mehr als 50 Mio. € zugesagt. Das Programmvolumen war im September auf 500 Mio. € aufgestockt worden.
AgE
