VEZG-Preis fällt auf 1,32 €
Erzeuger erheben Forderungen an Politik und Abnehmer
Der Schweinepreis in Deutschland fällt von bereits niedrigem Niveau aus weiter. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) senkte ihre Notierung am Mittwoch vergangener Woche um weitere 8 Cent auf 1,32 €/kg Schlachtgewicht (SG). Sie begründete den Schritt damit, dass das derzeit „umfangreiche“ Angebot an Schlachtschweinen die Nachfrage übersteige. Zumindest der Preis für Ferkel blieb vorerst unverändert bei 28 € je Tier.
Stefanie Sabet, Generalsekretärin des Deutschen Bauernverbandes (DBV), forderte auf dem DBV-Veredelungstag in Essenbach ein nationales Sonderprogramm für die Sauenhaltung. Zudem müsse die Politik garantieren, dass die fast 1 000 Anträge im Bundesprogramm Umbau der Tierhaltung über 2028 hinaus verlässlich finanziert würden. In diesem Punkt konnte der zum Veredelungstag zugeschaltete Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer zwar teilweise beruhigen. Er stehe im Wort und wolle alle Anträge finanzieren, bekräftigte der CSU-Politiker. Gleichzeitig verwies Rainer auf die angespannte Haushaltslage. Ob er unter diesen Vorzeichen das von der Branche geforderte 200 Mio. € schwere Sonderprogramm für Sauenhalter ermöglichen könne, „kann und will ich nicht versprechen“, sagte er.
Das Landvolk Niedersachsen forderte am Freitag vergangener Woche, zumindest beim Tierhaltungskennzeichnungsgesetz (THKG) nachzulegen. „Es wurde genug geredet und debattiert“, sagte Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers. Das Gesetz müsse nun wie angekündigt weiterentwickelt werden und sowohl ausländische Ware als auch die Außer-Haus-Verpflegung umfassen. In der Pflicht sieht er zudem jene Unternehmen, die noch nicht bei ITW und bei 5xD mitmachen. Andernfalls könne er Bauernproteste nicht ausschließen, so Ehlers. Auch Dr. Torsten Staack, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), sieht eine rote Linie überschritten. Der Preisdruck aus dem Ausland dürfe nicht allein zulasten der Erzeuger gehen. Werde das ruinöse Preisniveau bis zum schwächsten Glied der Kette weitergereicht, drohe diese zu reißen. Die Fleischabnehmer sägten damit am eigenen Ast, warnte Staack.
Der Schweinemarkt steht europaweit unter Druck. Auch in Österreich, Belgien, Frankreich, Spanien und Italien gaben die Preise nach. Lediglich Danish Crown hielt seine Notierung stabil.
AgE