Aufgaben beim Nitrat noch nicht erledigt
Der zur Umsetzung der Nitratrichtlinie vorgelegte Länderbericht zeigt anhaltende Belastungen auch in den Niederlanden
Auch den Niederlanden ist es in den zurückliegenden Jahren nicht gelungen, die Belastung durch Nitrat in Grund- und Oberflächengewässern in den Griff zu kriegen. Das zeigt der kürzlich von der EU-Kommission zur Umsetzung der Nitratrichtlinie vorgelegte Länderbericht. Demnach konnten im Zeitraum 2020 bis 2023 zwar einige Verbesserungen erreicht werden, zugleich waren jedoch auch Rückschritte zu beobachten.
Von den niederländischen Grundwassermessstellen wurden 21,0 % als Hotspot der Nitratbelastung eingestuft. Gegenüber dem vorhergehenden Beobachtungszeitraum entsprach das einer Zunahme um 4,6 Prozentpunkte. Laut dem jüngsten Bericht wurde die Nitratkonzentration von 50 mg/l an 18,7 % der Messstellen erreicht oder überschritten, weitere 2,3 % wiesen eine Konzentration zwischen 37,5 und 49,99 mg/l bei steigender Belastung auf. Gegenüber dem vorherigen Bericht hat die Nitratbelastung an 14,1 % der Grundwassermessstellen abgenommen und an 25,4 % zugenommen. Für Deutschland hat die EU-Kommission den Anteil an Nitrat-Hotspots im Grundwasser auf 26,6 % beziffert.
Verringert hat sich der übermäßige Nährstoffeintrag. Als eutrophiert beziehungsweise von Eutrophierung bedroht galten zuletzt 56,1 % der Messstellen, im vorangegangenen Nitratbericht waren es noch 68,9 % gewesen. Für Deutschland weist der aktuelle Bericht einen Anteil von 76,4 % aus.
Deutlich besser aufgestellt als Deutschland waren die Niederlande im Hinblick auf die Messstellendichte. Laut Bericht wurde das Grundwasser von etwa 35 Stationen pro 1 000 km² überwacht. Gegenüber dem vorherigen Bericht wurde die Dichte um etwa 8 % erhöht. Hierzulande waren es bei leicht abnehmender Tendenz knapp zwei Stationen. Ähnlich sah es bei der Überwachung der Oberflächengewässer aus. Die Niederlande nutzten dafür 29 Stationen auf 1 000 km², in Deutschland war auf derselben Fläche eine einzige im Einsatz.
AgE
