09.04.2026

CBAM wird nicht ausgesetzt

Foto: imago/Countrypixel

Trotz Widerstand bleibt der seit Januar gültige Standardsatz von 1 %

Der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) auf Stickstoffdünger aus Drittstaaten wird nicht ausgesetzt. Das hat ein Sprecher der EU-Kommission am Dienstag vergangener Woche auf Anfrage von Agra-Europe (AgE) klargestellt. Man habe bereits im Dezember beschlossen, für Düngemittel einen reduzierten CBAM-Aufschlag von 1 % ab dem offiziellen Start des Instruments Anfang Januar 2026 anzuwenden, teilte die Behörde weiter mit.

Der Sprecher weist da­rauf hin, dass für alle anderen dem Ausgleichsmechanismus unterliegenden Güter – darunter Stahl, Aluminium oder Zement – die Abgabe bei 10 % liegt und in Stufen auf 30 % ansteigen soll. Im Interview mit AgE hatte die Generalsekretärin der EU-Ausschüsse der Bauernverbände (Copa) und ländlichen Genossenschaften (Cogeca), Elli Tsiforou, erst kürzlich eine sofortige Aussetzung des CBAM auf Düngemittel gefordert (siehe LZ 14-2026, S. 17). Auch Frankreich hatte zusammen mit Italien beim EU-Agrar­ministertreffen am Montag vergangener Woche auf Aussetzung von CBAM gedrängt. Andernfalls, so die Pariser Ressortchefin Annie Genevard, müsse es zumindest einen finanziellen Kompensationsmechanismus geben.

EU-Agrar­kommissar Christophe Hansen äußerte sich in Sachen CBAM zurückhaltend. Er vertröstete die EU-Landwirtschaftsminister auf den für Mai in Aussicht gestellten Aktionsplan zur Düngemittelversorgung. Für den 13. April kündigte er ein hochrangiges Treffen mit verschiedenen Akteuren auf dem EU-Düngemittelmarkt an. Zudem verwies er auf die Aussetzung der Meistbegünstigungszölle auf Stickstoffdünger aus allen Drittstaaten, mit Ausnahme von Lieferungen aus Russland und Belarus.

Derweil rechtfertigte Agrar­staatssekretär Markus Schick den CBAM als wichtiges Klimaschutzinstrument. Der Ausgleichsmechanismus schütze Düngemittel­erzeuger auf dem EU-Binnenmarkt, argumentierte Schick. Auch die Resilienz der Eigenversorgung werde durch CBAM gestärkt. Rückendeckung bekam der deutsche Agrar­staatssekretär unter anderem von der dänischen Delegation. Derweil pocht Rumänien auf eine Aussetzung des CBAM auf Stickstoffdünger, während Spanien und Tschechien „alle Möglichkeiten in Betracht ziehen“ wollen.

AgE