Da geht noch viel mehr
Gut eine Woche ist es jetzt alt – das Jahr 2026. Was wird es bringen? Wir wissen es nicht. So viel ist aber sicher: Auf die Landwirtschaft kommen auch im neuen Jahr wieder große Herausforderungen zu.
Wenn Sie auf das Jahr 2025 zurückblicken, was fällt Ihnen ein? Da ist sicherlich die Wiederwahl von Donald Trump als US-Präsident und seine Zollpläne. Dazu gehören aber auch die vorgezogene Bundestagswahl im Februar und der Politikwechsel in Deutschland. Schwarz-Rot löste die Ampelregierung ab. Bundeskanzler wurde – allerdings erst nach dem zweiten Wahlgang – der CDU-Politiker Friedrich Merz. Was die ökonomische Bilanz anbelangt, so ist die Wirtschaft 2025 in Deutschland nicht in Schwung gekommen und die Verbraucher hielten ihr Geld zusammen. Es wurde gespart.
Und was wird den deutschen Bäuerinnen und Bauern in Erinnerung bleiben? Man kann 2025 als das Jahr der Extreme bezeichnen. Da waren die extrem guten Ernten bei Getreide, aber auch bei Kartoffeln, bei Zuckerrüben und im Futterbau. Den Ackerbauern haben diese Ernten unbefriedigende Erzeugerpreise beschert. Da war aber auch die extreme Häufung von Ausbrüchen von Tierseuchen – die Maul- und Klauenseuche bei einer Wasserbüffelherde in Brandenburg, die Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen in NRW und der Ausbruch der Geflügelpest in einem noch nie gekannten Ausmaß.
Ob der Landwirtschaft wieder ein Jahr der Extreme bevorsteht, muss sich zeigen. In jedem Fall steht die Branche auch 2026 vor großen Herausforderungen:
Der Markt: Die Herausforderung Nr. 1 bleibt der Markt. Die Erzeugerpreise sind derzeit alles andere als berauschend. Vor allem die Preise für die pflanzlichen Produkte lassen zu wünschen übrig. Hinzu kommen hohe Kosten für die Betriebe unter anderem bei den Düngerpreisen. Auch die Milchpreise befinden sich seit einigen Wochen auf Talfahrt. Kurzfristige Besserung ist nicht in Sicht. Die Bäuerinnen und Bauern müssen sich wohl immer mehr auf ein Auf und Ab der Preise einstellen.
Die Tierhaltung: Der von Politik und Gesellschaft gewünschte Umbau der Tierhaltung lässt auf sich warten. Das vorzeitige Aus des Bundesprogramms für den Umbau der Tierhaltung (BUT) hat viele Schweinehalter ausgebremst. Dabei sind sie zum Umbau bereit, aber das geht nicht zum Nulltarif. Die Tierhalter warten auch 2026 weiter auf verlässliche Rahmenbedingungen und vor allem klare Förderperspektiven, um langfristig und wirtschaftlich in moderne, tierwohlgerechte Ställe investieren zu können.
Der Pflanzenschutz: Welche Herausforderung der Klimawandel für den Pflanzenschutz mit sich bringt, macht die Bedrohung durch die Schilf-Glasflügelzikade deutlich. Sie ist Beweis dafür, dass neue Herausforderungen auch neue Instrumente brauchen – hier muss 2026 gehandelt werden.
Der Bürokratieabbau: Insbesondere die vielen Auflagen und der damit verbundene hohe Bürokratieaufwand machen den landwirtschaftlichen Betrieben nach wie vor schwer zu schaffen. Der von der neuen Bundesregierung versprochene Bürokratieabbau zieht sich nicht nur nach Auffassung der hiesigen Bäuerinnen und Bauern unnötig in die Länge. Der Anfang ist unter anderem mit der Abschaffung der Stoffstrombilanz gemacht, aber da geht noch was. Ja, noch viel mehr!
Herausforderungen für die Landwirtschaft gibt es also auch im neuen Jahr zur Genüge und diesen muss man sich stellen. Hier sind nicht nur die Landwirte gefordert, sondern auch die Politik – egal ob in Berlin oder Brüssel. Sie muss Rahmenbedingungen schaffen, die den Bauern Perspektiven ermöglichen und die vor allem die jungen Leute dazu motivieren, die Hofnachfolge anzutreten. Diese sind es schließlich, die für die Zukunft der heimischen Landwirtschaft stehen. Sie brauchen Planungssicherheit und dafür bedarf es einer wettbewerbsfähigen Landwirtschaft. Denn es geht um die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland. Wäre doch großartig, wenn die Ausbildungszahlen nicht nur konstant bleiben, sondern in Zukunft wieder wachsen würden! Es geht schließlich insbesondere auch um die Hauptaufgabe der Landwirtschaft – die Sicherung der Ernährung. Ich jedenfalls möchte weiterhin regionale und qualitativ hochwertige Lebensmittel genießen und keine Produkte, die Tausende Kilometer Transport hinter sich haben, bevor sie auf unseren Tellern landen. Das ist doch wohl auch in Ihrem Sinne, oder?
