Einen Baum pflanzen
Auf meiner zuletzt genannten To-do-Liste „Mache ich nach der Saison“ notiere ich mir auch schon einmal Texte, die ich im Nachgang gerne in Ruhe lesen möchte. So auch der Artikel „Selbst ist die Frau“ aus der LZ 3-2025. In diesem gab es einen Rückblick auf die Veranstaltung „Dagoberta macht Kasse – oder auch: Geld steht jeder Frau!“ des Rheinischen LandFrauenverbandes (RhLV). Die Veranstaltung liegt in dem diesjährig gewählten Schwerpunkt „FrauenFINANZEN“, welches unter dem Leitthema des RhLV „Freiheiten wahrnehmen“ steht. Als gelernte Bankkauffrau, Jungunternehmerin und Bald-Ehefrau finde ich den Fokus superspannend. Erst recht, weil es sonst gerne in unseren Kreisen heißt: „Über Geld spricht man nicht“ oder „Private Vorsorge? Ich bin verheiratet!“
Natürlich kommt das Ganze nicht von ungefähr und darf Frauen nicht zum Vorwurf gemacht werden. Prof. Dr. Alexandra Niessen-Ruenzi, Inhaberin des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Corporate Governance an der Universität Mannheim, spricht beispielsweise davon, dass das Finanzverhalten von Frauen mit der Sozialisierung zusammenhänge: „Wir haben vor ein paar Jahren eine Umfrage unter Studierenden gemacht und herausgefunden, dass Finanzthemen häufiger zwischen Vätern und Söhnen besprochen werden.“ Zum Vorwurf kann gemacht werden, sich auch jetzt nicht zu kümmern. Passend gibt es ein chinesisches Sprichwort: „Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt.“
Also: Es besteht eine wirtschaftliche Eigenverantwortung in Geldfragen und finanzieller Sicherheit für uns Frauen. Und was gibt es Besseres, als diese Themen in einem geschützten Raum mit Gleichgesinnten zu bearbeiten? Gleichgesinnten, die vielleicht ähnliche Fragestellungen haben und dennoch völlig unterschiedliche Lebensentwürfe, Ziele und Wünsche.
Daher freue ich mich besonders auf den Herbst. Denn mit der Auszeichnung im vergangenen Jahr der „Jungunternehmerin des Jahres“ habe ich auch einen Gutschein für die Teilnahme am Unternehmerinnen-Fachgespräch (UFG) der Andreas-Hermes-Akadamie erhalten. Ganz passend ist das Thema in diesem Jahr: „Altersvorsorge – Altersvorfreude“. Ich freue mich auf den Austausch mit anderen Unternehmerinnen und den fachlichen Input. Gleichzeitig aber auch, dass das Augenmerk auf meine Glaubenssätze gelegt wird. Sprich, welche Einflüsse haben meine tief verwurzelten Überzeugungen und Ansichten auf meine Sicht der Finanzen? Und natürlich nehme ich Sie nach dem UFG mit und berichte, wie frau in jeder Alters- und Lebenslage sich noch selbst für Finanzen interessieren kann, darf oder vielleicht sogar auch muss.
Christina Ingenrieth
