26.08.2026

GAP nützt vor allem Landeigentümern

Foto: imago/epd

Die Flächenprämien der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) haben keinen nennenswerten Effekt auf die Ernährungssicherung in Europa. Stattdessen profitieren in erheblichem Umfang die Eigentümer landwirtschaftlicher Flächen, weil die Direktzahlungen die Pachtpreise erhöhen. Das ist die Kernaussage einer Studie, die am Donnerstag vergangener Woche veröffentlicht wurde. Die vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) in Auftrag gegebene agrarökonomische Modellierung mit dem Modell CAPRI zeigt demnach, dass selbst bei einem vollständigen Wegfall der GAP-Zahlungen die Nahrungsmittelproduktion nur geringfügig zurückgehen würde.

Im deutschen Ackerbau würden die Produktionsmengen je nach Szenario um maximal rund 2,8 % sinken. Die Milcherzeugung bliebe nahezu unverändert, die Fleischerzeugung ginge um höchstens 0,75 % zurück. Beim Weizen würde der Selbstversorgungsgrad von rund 134 % auf etwa 129 % sinken. Er würde damit weiter deutlich über dem Eigenbedarf liegen, lässt man den jeweiligen Bedarf an bestimmten Qualitäten außen vor. Auch EU-weit wären die Auswirkungen gering, heißt es in dem Papier.

Deutlich größer als auf die Produktion ist laut Studie der Effekt der Direktzahlungen auf den Bodenmarkt. Ohne die Förderung würde die Bodenrente, aus der sich die Pachtpreise ableiten, beim Ackerland je nach Szenario im Schnitt um 35 bis 51 % sinken. Beim Grünland beträgt der modellierte Rückgang sogar 55 bis 90 %. Da 60 % der deutschen Agrarflächen gepachtet sind, rechnet der NABU trotz sinkender Zahlungen aus Brüssel sogar mit einer finanziellen Entlastung der aktiven Betriebe.

Die Schlussfolgerung des Verbandes: „EU-Gelder subventionieren nicht primär die landwirtschaftliche Bewirtschaftung, sondern Eigentum.“ Mit der Ernährungssicherheit lasse sich die Basisprämie daher nicht rechtfertigen, so der NABU. Zugleich sei sie ungeeignet, den Herausforderungen im Umwelt-, Klima- und Tierschutz wirksam zu begegnen. Der Verband pocht darauf, die GAP-Mittel künftig gezielt für gesellschaftlich gewünschte Leistungen einzusetzen.


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