18.08.2026

Im Kampf gegen die Flammen

Foto: Dr. Elisabeth Legge

Großbrände in Hürtgenwald und im Hohen Venn hielten NRW in Atem

Gleich zwei große Waldbrände wüteten vergangene Woche in fast unmittelbarer Nähe und hielten Einsatzkräfte und Anwohner in Atem. Am Donnerstagnachmittag gegen 16 Uhr brach in Hürtgenwald im Kreis Düren ein Brand aus. Aufgrund der Gefahr für die Bevölkerung wurden in der Nacht auf Freitag rund 2 000 Einwohner des Ortes Gey in der Gemeinde Hürtgenwald evakuiert. Der Brand weitete sich auf insgesamt 300 ha aus und es waren teilweise bis zu 1 800 Kräfte im Einsatz, um ihn zu bekämpfen. Neben Hunderten Einsatzkräften der Feuerwehr waren auch Hubschrauber der Bundeswehr und der Polizei, Panzer der Bundeswehr, das Technische Hilfswerk, der Landesbetrieb Wald und Holz NRW, weitere Hilfsorganisationen und viele Landwirte beteiligt. Die Löscharbeiten wurden durch Weltkriegsmunition auf dem Gelände erschwert. Der bisher größte Waldbrand in NRW war dann schließlich am Samstagnachmittag so weit unter Kon­trol­le, dass die evakuierten Einwohner am Abend in ihre Häuser zurückkehren durften.

Nur 33 km Luftlinie entfernt von Hürtgenwald brach am Freitagabend im Naturschutzgebiet Hohes Venn in Ost­belgien unweit der Grenze zu NRW ein weiterer Brand aus. Hier waren ebenfalls Hunderte Einsatzkräfte aus Belgien und Deutschland beteiligt, darunter auch wieder Landwirte sowie Spezialhubschrauber. Das Feuer im Hohen Venn ist der größte Waldbrand in der jüngeren Geschichte Belgiens. Seit Freitag vergangener Woche wurden bis zum Redaktionsschluss am Dienstag rund 3 000 ha Vegetation vernichtet. Die Feuerfront rückte extrem nah an Monschau heran und war am Sonntag nur 1,8 km von der Wohnbebauung entfernt. So wurden neben rund 600 Bewohnern in den Gemeinden Waimes und Bütgenbach in der Provinz Lüttich auch etwa 30 Bewohner von Monschau-Kalterherberg am Sonntagabend wegen einer möglichen starken Rauchbelastung evakuiert. Der Regen der vergangenen Tage und die niedrigeren Temperaturen haben sich positiv auf die Brandbekämpfung im Hohen Venn ausgewirkt. Diese dürfte aber noch einige Wochen anhalten, da das Gebiet aus Heidelandschaft und Torfmoor besteht.

Viele Politiker stellten sich ein, um sich aus erster Hand über die Lage in und um die Gemeinde Hürtgenwald zu informieren. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und die stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur besuchten am Samstag in Kleinhau das zentrale Lagezentrum und tauschten sich mit Rettungs- und Einsatzkräften aus, denen sie für ihren ­unermüdlichen Einsatz dankten. Im Anschluss daran sprachen sie mit Landwirten, die die Einsatzkräfte seit Beginn des Waldbrandes in der Gemeinde Hürt­genwald bei den schwierigen Löscharbeiten und der Aufrechterhaltung der Wasserversorgung unterstützten. „Ohne die Landwirte würde eine solche Brandbekämpfung gar nicht gehen“, ­betonte Wüst bei dem Gespräch. Ein ­dickes Dankeschön für die Land- und die Forstwirte gab es auch beim Besuch von NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen, die am Freitag vor Ort war und erklärte, es gebe Hinweise auf Brandstiftung. Gesicherte Erkenntnisse lägen aber noch nicht vor. NRW-Innenminister Herbert Reul zeigte sich in Hürtgenwald überzeugt davon, dass der große Brand von Menschen verursacht wurde.

Auch in anderen Regionen wie am Niederrhein und in Rheinland-Pfalz wüteten Ende vergangener Woche die Flammen. Im Tüschenwald in Sonsbeck-­Labbeck konnten am Wochenende ein 11,5 ha großer Waldbrand und in Langscheid im Kreis Mayen-Koblenz der Brand von 50 ha Wald und Wiesen erfolgreich gelöscht werden – hier ebenfalls mit Unterstützung von Landwirten. Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) rief aufgrund der anhaltenden Dürre und der damit verbundenen erhöhten Brandgefahr alle Landwirtinnen und Landwirte dazu auf, bisher unbearbeitete Stoppelfelder entlang von Dörfern und Straßen im Streifen von mindestens 30 m zu bearbeiten.

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