24.09.2025

„So viele Einsen hatte ich noch nie!“

Foto: Sabine Aldenhoff

Marc Scheepers hat seine Meisterprüfung mit Bravour abgelegt

„Mich hinsetzen und lernen, das ist nicht meins“, sagt Marc Scheepers, frischgebackener Landwirtschaftsmeister aus Rheinberg-Budberg. Durch die Schule habe er sich mehr schlecht als recht durchgeschlagen. „Immer am Limit“, scherzt er. Umso erstaunter ist sein Umfeld über seine Zeugnisse von der Teilzeitfachschule in Münster, die er diesen Sommer als Jahrgangsbester absolviert hat. Offenbar haben ihn dabei die Fächer und Aufgaben so interessiert, dass er auch ohne viel Büffeln beste Ergebnisse erzielen konnte.

Marc ist auf dem landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern, auf dem auch sein Onkel mitarbeitet, aufgewachsen. Als Jugendlichen hat ihn die Landwirtschaft mit Milchvieh, Ackerbau, Lohnunternehmen und Pensionspferden nicht interessiert. Er ging lieber zum American Football, ins Fitnessstudio oder traf sich mit Freunden. Eigentlich wollte er nur den Realschulabschluss machen, aber nachdem er nicht wusste, wie weiter, ermunterten ihn die Eltern zum Abitur. Mathe und Sport waren seine Lieblingsfächer. Disziplin und Ehrgeiz habe er, aber nur für Dinge, die ihn interessieren.

Nach dem Abitur durfte er, wie seine ältere Schwester es vorgemacht hatte, ein Jahr „frei“-machen. So kam es, dass er im elterlichen Betrieb mitgearbeitet hat und Spaß an Landwirtschaft entwickelte. Er entschied sich für die Ausbildung zum Landwirt, welche er, um seine Familie zu unterstützen, zu Hause absolvierte. Bis heute arbeitet er dort mit und plant, den Betrieb eines Tages zu übernehmen. Nach 15 Jahren Schule, also Abitur plus Berufsschule, hatte Marc, wie er sagt, „die Schnauze voll“,⁣ und wollte nicht mehr lernen. Doch sein Onkel und sein Vater redeten auf ihn ein, dass der Gesellenabschluss für die Zukunft nicht ausreiche. as

Mehr in LZ 39-2025 ab S. 52.