13.08.2025

Steigende Agropiraterie befürchtet

Foto: imago/imagebroker

Rezepte für typisch italienische Gerichte werden außerhalb des Landes oft regelrecht verstümmelt. Das beklagt Coldiretti, der mitgliederstärkste Landwirtschaftsverband Italiens. Ihm ist ein Dorn im Auge, dass in anderen Ländern vom Original abgewichen wird und vielfach gefälschte Zutaten mit angeblicher italienischer Herkunft eingesetzt werden. Der Verband stützt diesen Vorwurf auf eine von ihm durchgeführte Umfrage unter italienischen Touristen, die im letzten Jahr ins Ausland gereist sind. Laut Coldiretti ist jeder zweite Reisende auf „verzerrte Versionen“ der berühmtesten italienischen Rezepte gestoßen.

Der Landwirtschaftsverband stößt sich weniger an der gastronomischen „Galerie des Grauens“, sondern wittert vielmehr eine Form von „Agropiraterie“ mit immensen wirtschaftlichen und auch kulturellen Folgen. Laut Coldiretti ist zu beobachten, dass im Ausland immer mehr Lebensmittel produziert und als italienisch ausgegeben würden, obwohl sie tatsächlich nichts mit den Originalen gemein hätten. Der Verband geht davon aus, dass ein Stopp der Fälschung von Produkten „Made in Italy“ Italiens Agrar- und Lebensmittelexporte verdreifachen könnte.

Die Aktivitäten der Fake-Industrie könnten sich durch die jetzt verhängten US-Zölle sogar noch weiter verstärken, befürchtet der Verband. Ein zu erwartendes geringeres Angebot an authentischen italienischen Produkten in den internationalen Regalen begünstige die Fälschungsindustrie. Coldiretti hatte schon des Öfteren auf die Problematik hingewiesen und die italienischen Bauern sind deswegen auch schon auf die Straße gegangen.

AgE