Taube fordert belastbare Daten
Die EU-Kommission wird vor einer Anhebung der zulässigen Grenzwerte für die Stickstoffdüngung mit Gärresten gewarnt. Zudem brauche es zur Problemlösung mehr und belastbarere Daten. Das war das beinahe einhellige Fazit der Veranstaltung „Vom Ziel zur Wirkung: Umsetzung der Nitratrichtlinie für die Wasserresilienz in Europa“, die der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in Brüssel ausgerichtet haben. Hintergrund sind verschiedene Äußerungen der Brüsseler Behörde, an die Nitratrichtlinie Hand anlegen zu wollen. Demnach soll die maximal zulässige Menge für die Verwendung von Gärresten aus der Methanisierung als Dünger über den in der Richtlinie festgelegten Grenzwert von 170kg Stickstoff pro ha und Jahr hinaus angehoben werden.
Deutlichen Widerspruch äußerte Prof. Friedhelm Taube, emeritierter Professor am Institut für Ackerbau und Pflanzenzüchtung der Universität Kiel. Kunstdünger durch Gülle oder Gärreste zu ersetzen, entlaste die Umwelt nicht zwangsläufig. Es sei vielmehr eine Verlagerung, da die in der Veredelung eingesetzten Futtermittel zu großen Teilen über Kunstdünger erzeugt würden, wie beispielsweise importiertes Soja aus Südamerika.
AgE
