06.08.2025

Wintergerste: ein fast normales Jahr?

Foto: Johannes Roeb

Die überwiegend guten Erträge lassen eine Gesamternte erwarten, die nicht unter dem langjährigen Durchschnitt liegen wird. Wie einzelne Sorten in den Landessortenversuchen abschnitten, stellen Johannes Roeb und Heinz Koch, Landwirtschaftskammer NRW, vor.

Mit nur noch etwa 127 000 ha fällt die nordrhein-westfälische Anbaufläche für Wintergerste auf den tiefsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Es ist zwar eine gute Gesamternte zu erwarten, doch zwingen die nach wie vor geringen Preise dazu, Sortenwahl, Düngung und Pflanzenschutz noch weiter zu optimieren.

Ein eher feuchter Herbst und Winter, ein trockener Frühling und wechselhafte Bedingungen im Sommer: Ausgehend von den meisten Klimaprognosen war die Saison 2024/25 fast normal, wie es in Zukunft häufiger zu erwarten sein wird. Davon profitieren relativ vor allem die besseren Standorte, auf denen die Winterniederschläge möglichst lange im Boden gespeichert werden können. Kritisch ist es unter diesen Bedingungen allerdings, den optimalen Saattermin für Wintergerste zu finden. Zu frühe Aussaaten erhöhen aufgrund der ansteigenden Herbsttemperaturen das Risiko, dass sich die Bestände noch vor Winter überwachsen. Sie sind zudem anfälliger gegenüber Krankheiten, einschließlich der durch Blattläuse übertragenen Gelbverzwergungsviren. Andererseits ist es vor allem auf schwereren Standorten riskant, zu lange mit der Aussaat zu warten, da die Böden dauerhaft vernässen können.

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