17.12.2025

Wundervolle Mistel

Foto: Peter Stoffels

Peter Stoffels von der Mittelmosel ist einer der ­wenigen Mistel-Lieferanten ­deutschlandweit

Die Mistel ist in vielerlei Hinsicht ein in­te­res­santes Gewächs: botanisch, kulturtechnisch, medizinisch und symbolisch. Wer kennt nicht den Brauch, dass sich unter dem Mistelzweig geküsst werden darf? Ihre botanische Besonderheit als Halbschmarotzer, der auf Bäumen wächst, hat die Menschen seit jeher fasziniert. Schon im Altertum wurde die Mistel als Zeichen der Götter betrachtet und im Zaubertrank bei Asterix & Obelix durfte sie als Zutat nicht fehlen. Heute gilt der Mistelzweig, in der Adventszeit gerne an Haustüren aufgehängt, als Symbol des Glücks, der Liebe, des Friedens und der Versöhnung.

Misteln sind nicht in allen Landstrichen zu finden, aber sie sind auf dem Vormarsch, da sie vom Klimawandel begünstigt werden. Ein starkes Vorkommen gibt es beispielsweise im Südwesten, in Franken und im Osten Deutschlands. Die Misteln werden durch Vögel verbreitet, die ihre Beeren fressen und die unverdauten Samen mit ihrem Kot ausscheiden oder sie beim Schnabelwetzen am Baum hinterlassen. Der Same keimt auf dem Wirtsbaum, häufig Pappeln, Linden, Weiden oder Obstgehölze, und eine Senkwurzel bohrt sich durch die Rinde bis ins Holz. So kann die Mistel später dem Baum Wasser und Nährstoffe entziehen, Fotosynthese betreibt sie selbst.

as

Mehr in LZ 51/52-2025 ab S. 86.