03.09.2025

Dauerwald als Ziel

Foto: Ann-Christin Berchem

Neue Wege geht Torsten Dörmbach beim Waldumbau. Dafür wurde er mit dem Deutschen Waldpreis in der Kategorie Waldbesitzer des Jahres 2025 ausgezeichnet.

Die Baumarten Esskastanie und Bergulme sieht man in den forstwirtschaftlich genutzten Wäldern Deutschlands eher selten. In den Waldstücken von Torsten Dörmbach aus Wipperfürth sieht das ganz anders aus. Er hat unter anderem diese beiden Arten ganz bewusst gepflanzt. Der 40-Jährige ist davon überzeugt, dass in der Forstwirtschaft ein Umdenken stattfinden muss, wenn der Wald auch noch in 100 Jahren funktionieren soll. „Oft ist der Wald eher nadelholzlastig. Bei uns überwiegt jetzt allerdings das Laubholz“, so der Waldbesitzer.

Forst- und Landwirt

2006 begann Torsten Dörmbach sein Studium der Forstwirtschaft an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. „Dort wurden mir die Augen geöffnet: Man muss viel mehr auf die Natur hören und sie einfach mal machen lassen“, sagt Torsten Dörmbach. Vollgepackt mit neuen Ideen kam er in den Semesterferien wieder nach Hause ins Bergische Land und sah großes Verbesserungspotenzial auf familieneigenen Waldparzellen, die heute insgesamt etwa 45 ha Fläche umfassen. Neben dem Wald bewirtschaftet Torsten Dörmbach außerdem 75 ha Grünland und hält 60 Milchkühe. Nach dem Studium machte er außerdem eine Ausbildung zum Landwirt. „Das ist mein Hauptberuf. Das heißt aber nicht, dass mir die Forstwirtschaft weniger am Herzen liegt“, versichert der Landwirt.

Katastrophe und Chance

Einen Wendepunkt für Familie Dörmbach gab es im Jahr 2018. Der Rekordsommer brachte extreme Hitze und eine lange Trockenperiode, die dem Wald zusetzte. Zusätzlich trat der Borkenkäfer auf den Plan. „Durch die Trockenheit wurde die Ausbreitung des Borkenkäfers begünstigt. Die eh schon geschwächten Bäume konnten sich kaum gegen den Schädling wehren“, erinnert sich der 40-Jährige. Viele Waldeigentümer verloren ihre Fichtenbestände. So war es auch bei den Dörmbachs. Ein Schaden in Millionenhöhe entstand. Bis dahin war die Forstwirtschaft eine Art Spardose für die Rente von Torsten Dörmbachs Vater. Doch nach den Sommern 2018 bis 2020 war davon nicht mehr viel übrig. „Aus betriebswirtschaftlicher Sicht war das eine absolute Vollkatastrophe. Aber jede Katastrophe bietet ja auch eine Chance für einen Neuanfang“, meint Torsten Dörmbach.

Mehr in LZ 36-2025 ab S. 52.

acb