Wenig Wirkung und viel Aufwand
Verbändeallianz fordert Neustart für THKG
Vier große Verbände der Agrarwirtschaft drängen auf eine umfassende Reform des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes (THKG). Das Siegel entfalte in seiner jetzigen Form nur wenig Wirkung auf das Tierwohl, belaste aber dafür die Branche erheblich, stellt die Verbändeallianz klar. Die Verbände forderten daher am Freitag vergangener Woche, das Gesetz grundlegend neu zu gestalten. Ein detailliertes Konzeptpapier mit Änderungsvorschlägen übergaben sie an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Teil der Verbändeallianz sind der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), der Deutsche Bauernverband (DBV), der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) und der Verband der Fleischwirtschaft (VDF).
In dem Papier schlagen die Verbände vor, dass privatwirtschaftliche Strukturen wie die Initiative Tierwohl (ITW) als Durchführungs- und Kontrollinstanz für das THKG anerkannt werden sollen. Private Siegelsysteme würden seit Jahren zuverlässig die Einhaltung von höheren Haltungsanforderungen kontrollieren und seien in der Praxis etabliert, hieß es zur Begründung. Nach Ansicht der Verbände können durch diesen Ansatz auch die vorgesehene Registrierungspflicht und der Aufbau von Registern komplett entfallen. Durch Schnittstellen zu etablierten Datenbanken wie der HIT, QS oder ITW könne außerdem eine schnelle Auskunft über den Status eines Tierhalters sichergestellt werden.
AgE

