Den Einstieg gewagt
In der Milchviehhaltung gibt es schon seit vielen Jahren einen anhaltenden Strukturwandel. Die Anzahl der Milchviehbetriebe hat sich in NRW in den letzten 15 Jahren fast halbiert, während die Zahl der Milchkühe um etwa 9 % zurückgegangen ist. Entgegen dieser Entwicklung hat sich Junglandwirt Christoph John dazu entschieden, in die Milchviehhaltung einzusteigen. LZ-Redakteurin Katrin Bremer-John hat ihn auf seinem Betrieb in Overath besucht.
Die Idee, in die Milchviehhaltung einzusteigen, hatte Christoph John schon länger: „Damit habe ich mich in der Fachschule in der Hausarbeit beschäftigt. Damals war das aber noch nicht realisierbar, weil zu viel Milch auf dem Markt war und die Molkereien einen gar nicht aufgenommen haben.“ Das hat sich in den letzten zwei Jahren geändert. Die Pläne für die Betriebsumstellung hatte der 30-Jährige bereits in der Schublade liegen. Mitte letzten Jahres entschied er dann, den Schritt zu gehen.
Seine Großeltern hielten früher bereits Milchkühe auf dem Hof. Vor sechs Jahren übernahm er den Betrieb in Overath und vermarktete in den letzten Jahren hauptsächlich Rindfleisch, aber auch Schweine- und Geflügelfleisch direkt ab Hof. „Ziel war aber immer, den Betrieb wieder im Vollerwerb zu führen, und das war mit der Direktvermarktung in dem Rahmen nicht möglich“, erzählt der Junglandwirt. Den Einstieg in die Milchwirtschaft sah er als Chance, den Betrieb wieder im Vollerwerb zu bewirtschaften und zukunftsfähig auszurichten.
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