04.03.2026

„Fleischgipfel“: Lob aus der Branche

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Die Nachrichten aus China sorgen für bessere Stimmung

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat die Ergebnisse des Antrittsbesuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz in China als positives Signal für den deutschen Agrar­­­sektor gewertet. Die Unterzeichnung einer Absichts­erklärung zur Ausarbeitung eines Regionalisierungsabkommens bezüglich der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sei ein „wichtiger Schritt“, sagte der CSU-Politiker am Donnerstag vergangener Woche. Im Vorfeld der Reise hatte sich sein Haus nach eigenen Angaben an einer fachlichen Abstimmung mit der chinesischen Seite beteiligt.

Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) weiter mitteilte, wurde auf der Reise des Kanzlers ein Fahrplan zur Anerkennung der ASP-Regionalisierungsmaßnahmen vereinbart. Seit dem Ausbruch der ASP in Deutschland im Jahr 2020 darf kein deutsches Schweinefleisch mehr nach China exportiert werden. Zudem wurde ein Protokoll unterzeichnet, das den Export von gegarten Hühnerfüßen aus Deutschland in die Volksrepublik ermöglicht. Auf Grundlage dieses Protokolls könne nun die bilaterale Veterinärbescheinigung abgestimmt werden, die den Export auch trotz des Geflügelpestausbruchs in Deutschland ermögliche, so das BMLEH.

Bereits am Mittwoch vergangener Woche hatte Rainer im Rahmen eines Verbändegesprächs in Berlin zur Preissituation im Fleischbereich von positiven Si­gnalen aus China gesprochen. Auf dem „Fleischgipfel“ kündigte Rainer laut BMLEH an, sich im Rahmen der Agrar­­­exportstrategie weiter für die Öffnung beziehungsweise Wiedereröffnung von Auslandsmärkten für deutsche Agrar­­­produkte einsetzen zu wollen.

Als „konstruktiv“ wertete der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) die Gespräche im Ministerium. Ausdrücklich honorierte der Verband erneut die von Rainer ins Leben gerufene Agrar­­­export­stra­tegie. Auch die Verlautbarungen aus China riefen positive Reaktionen hervor. „Eine Marktöffnung nach China wäre ein wichtiges Signal in einem angespannten Marktumfeld. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Vermarktung des gesamten Tieres braucht es zwingend Auslandsmärkte – allen voran China“, sagte Westfleisch-Vorstand Michael Schulze Kalthoff.

Der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Fleischwirtschaft (VDF), Martin Müller, wertete die Unterzeichnung der Absichtserklärungen als erste Erfolge der Agrar­exportstrategie. „Für die Fleischwirtschaft ist der Abschluss von Veterinärvereinbarungen der zentrale Punkt der Exportförderung. Dieses Feld können wir nicht allein bearbeiten. Hier brauchen wir das BMLEH“, erklärte Müller. Nach seinen Angaben hat der Wegfall des chinesischen Marktes die Branche rund 1 Mrd. € jährlich gekostet.

AgE