Digital zum Hofprodukt
Einen klassischen Hofladen mit Personal gibt es längst nicht mehr überall. Automaten, Selbstbedienungs-Stationen und digitale Smart-Stores verändern die Direktvermarktung und schaffen neue Wege. Viola Schulte Spechtel, Landwirtschaftskammer NRW, hat sich vor Ort ein Bild gemacht.
Wie vielfältig Lösungen für digitale Smart-Stores aussehen, zeigte die Exkursion „Drei Betriebe, drei Konzepte“ vom Landservice der Landwirtschaftskammer NRW. Anna Eicker, Beraterin für Direktvermarktung, führte vom 24-Stunden-Hofladen über die Selbstbedienungs-Station am Obstbaubetrieb bis zum innerstädtischen Smart-Store.
Seit 2021 steht am Königshof in Nettetal ein 24-Stunden-Hofladen mit mehreren Verkaufsautomaten. Betriebsleiter Matthias Baaken zieht nach rund fünf Jahren eine positive Bilanz. Der SB-Laden hat sich schnell etabliert. Dabei musste er zunächst herausfinden, welche Produkte bei den Kunden gefragt sind. Klassisches Hofladensortiment und Automatenverkauf unterscheiden sich deutlich, stellte er fest. Gemüse etwa blieb häufig liegen. Dagegen greifen die Kunden gerne zu Pfefferbeißern, Würstchen oder Frikadellen. Auch Eier und Erdbeeren in der Saison verkaufen sich konstant gut. Besonders erfolgreich ist inzwischen das in der hofeigenen Molkerei hergestellte Eis. Baaken erzielt an sonnigen Wochenendtagen mehrere tausend Euro mit seinem Verkaufsladen. Er hat ein Team aus sechs Minijobbern, die beim Auffüllen des Automaten und bei Arbeiten rund um den Hofladen helfen.
Das Herzstück des SB-Ladens am Königshof bildet ein modular aufgebautes Automatensystem von ACN. Über einen zentralen Touchscreen wählen die Kunden ihre Produkte aus und bezahlen direkt am Automaten. Anschließend öffnet sich das entsprechende Fach. Die einzelnen Fächer lassen sich flexibel bestücken und damit je nach Saison und Nachfrage anpassen.
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