Extreme fordern Verlässlichkeit
Ernte-Bilanz für NRW vorgestellt
Die Landwirtschaft in NRW hat 2026 dem Extremwetter getrotzt und für eine solide Getreideernte gesorgt. Das stellten Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen und Karl Werring, Präsident der Landwirtschaftskammer, bei der Ernte-Pressekonferenz am Montag in Düsseldorf heraus. Gleichzeitig machten beide aber deutlich, dass die Landwirtschaft angesichts zunehmender Wetterextreme und wirtschaftlicher Belastungen dringend auf verlässliche politische Unterstützung angewiesen ist. Unter anderem nannten sie die steuerfreie Risikoausgleichsrücklage als ein Instrument dafür.
Drei zentrale Schlussfolgerungen prägen den Ausführungen der beiden zufolge die diesjährige Erntebilanz. Zum einen müsse die Klimaanpassung beschleunigt werden. Die Erntejahre der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass extreme Wetterereignisse zur Realität geworden seien. Notwendig seien widerstandsfähige Böden, eine gesicherte Wasserversorgung, moderne Bewässerungsinfrastruktur sowie Innovationen in Pflanzenzüchtung und Digitalisierung. Zudem müsse die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe gestärkt werden. Trotz überwiegend ordentlicher Erträge stünden viele Betriebe unter Druck. Steigende Kosten für Betriebsmittel wie zum Beispiel Energie und Dünger würden auf volatile Agrarmärkte und vielfach unzureichende Erzeugerpreise treffen. Bund und EU seien aufgefordert, die Entlastungsmaßnahmen umzusetzen. So nannte Gorißen etwa die Aufstockung der Direktzahlungen im Jahr 2027. Weiterhin könnte der Bund ihr zufolge bei den von der EU zugestandenen Düngemittelhilfen „bis zu 120 Mio. € draufschlagen“. Schließlich müssten Forschung, Beratung und Technologietransfer weiter ausgebaut werden. Nur wenn neue Erkenntnisse schnell auf den Betrieben ankommen würden, könnten die Herausforderungen des Klimawandels bewältigt werden.
ds/PI
Mehr in LZ 36-2026 ab S. 12.
