28.05.2026

Finanzhilfen und viel noch Unkonkretes

Foto: landpixel

Brüssel präsentiert im Düngemittelaktionsplan kurz- und mittelfristige Ansätze

Die EU-Kommission hat ihren Düngemittelaktionsplan vorgelegt. Die vergangene Woche präsentierte Strategie zielt darauf ab, die Landwirte angesichts der zuletzt wieder deutlich gestiegenen Preise zu entlasten. Die Importabhängigkeit der EU soll reduziert werden, um die heimische Nahrungsmittelproduktion zu stärken. Gleichzeitig versucht die Kommission nach eigenen Angaben, die Klima- und Umweltziele einzuhalten.

Kurzfristig stellt Brüssel nun ein Finanzhilfepaket für die am stärksten betroffenen Landwirte noch vor dem Sommer in Aussicht. Zugleich plant die EU-Kommission ein Informationspaket für die Mitgliedstaaten. Die sollen dabei unterstützt werden, GAP-Instrumente für ein besseres Nährstoffmanagement zusammenzustellen. Außerdem sollen Forschungsergebnisse im Bereich biobasierter Düngemittel in die Breite getragen werden. Des Weiteren will Brüssel eine neue Partnerschaft für die Wertschöpfungskette von Düngemitteln zwischen Herstellern, Landwirten und den Mitgliedstaaten schaffen. Das soll auch zu mehr Planbarkeit und Stabilität für die beteiligten Akteure führen.

Eher mittelfristig will die Kommission Maßnahmen ergreifen, um die heimische Düngemittelindustrie zu unterstützen. Ein Ziel: Die Importabhängigkeit reduzieren und gleichzeitig eine stabile Versorgung sichern. Zugleich heißt es, dass die Kreislaufwirtschaft gestärkt und klimaschädliche Emissionen reduziert werden sollen. Dazu plant die Kommission, europäische Alternativen auf dem Düngemittelmarkt zu fördern. Dies umfasst den verstärkten Einsatz organischer und biobasierter Düngemittel sowie Alternativen zu herkömmlichen mineralischen Produkten. Weitere Wege führen nach Auffassung der Kommission über Algenbiomasse, mikrobielle Lösungen, Biostimulanzien und die Rückgewinnung von Stickstoff und Phosphor aus Klärschlamm.

Im Hinblick auf die anstehende Überprüfung des Emissionshandelssystems (ETS) sollen Optionen ausgelotet werden, um zusätzliche Flexibilität für die Düngemittelindustrie mit einer Dekarbonisierung der Produktion zu verbinden. Gleiches gilt für die Produktion biobasierter und zirkulärer Düngemittel. Das soll die Versorgung mit bezahlbaren heimischen Düngemitteln in Europa sicherstellen.

Auch eine erneute Evaluierung der gerade novellierten EU-Abfallrahmenrichtlinie soll helfen, die Kreislaufwirtschaft weiter zu optimieren. Laut dem Aktionsplan wird aktuell eine einfachere Entsorgung tierischer Abfälle und ihrer Nebenprodukte geprüft. Die Kommission will zudem dafür sorgen, dass der Düngemittelsektor beim Zugang zu Fördermitteln für grüne Innovationen und Modernisierung nicht hinter anderen Sektoren zurückbleibt.

AgE