Investitionsbereitschaft steigt
Viele Tierhalter planen den Um- und Neubau von Ställen
Die Investitionsbereitschaft unter den deutschen Landwirten nimmt zu. Das geht aus dem aktuellen Agrarbarometer hervor, das die Landwirtschaftliche Rentenbank vorgelegt hat. Demnach befinden sich rund 65 % der Landwirte und 62 % der Lohnunternehmen in der Planung von Investitionen. Beide Werte haben damit seit der vorherigen Erhebung um jeweils 5 Prozentpunkte zugelegt. Besonders die Tierhalter zeigen laut Rentenbank eine größere Bereitschaft, weiterhin zu investieren: 16 % gaben an, in den nächsten zwei bis drei Jahren auf eine höhere Haltungsform umstellen zu wollen. Darunter planen 61 % Um- und Anbauten und 32 % ziehen Stallneubauten in Betracht. In den vergangenen zwölf Monaten haben laut der Erhebung 77 % der befragten Landwirte und sogar 92 % der Lohnunternehmen investiert. In der Schweine- und Geflügelhaltung waren es 84 %, gefolgt von den Milchvieh- und Rinderhaltern mit 80 %. Die Investitionen konzentrierten sich hauptsächlich auf Maschinen sowie den Um- und Neubau von Ställen.
Ein wesentlicher Grund für die hohe Investitionsbereitschaft ist nach Einschätzung der Rentenbank die verbesserte Stimmung in der Landwirtschaft. Das Geschäftsklima hat sich laut Agrarbarometer seit der letzten Befragung im Frühjahr 2025 von -0,4 Punkten auf -0,1 Punkte verbessert. Etwa 84 % der befragten Landwirte bewerten ihre aktuelle Situation als sehr gut, gut oder befriedigend; im Vergleich zur Befragung im Frühjahr 2025 ist das ein leichtes Plus von einem Prozentpunkt. Jeweils 16 % sehen ihre Lage als ungünstig oder sehr ungünstig.
Insgesamt ergibt sich auf der Skala des Rentenbank-Agrarbarometers ein Wert von 2,3 Punkten, verglichen mit 2,1 Punkten bei der Frühjahrsbefragung. Die positive Einschätzung wird vor allem durch hohe Verkaufspreise für tierische Produkte und das eigene Betriebsmanagement gestützt. Als Gründe für die negative Beurteilung der aktuellen Lage nannten die Befragten die hohen Betriebsmittelpreise, die Agrarpolitik und die Bürokratie. Etwas verschlechtert haben sich die Zukunftserwartungen der Landwirte. Nur 9 % gehen davon aus, dass sich ihre zukünftige Situation verbessern oder deutlich verbessern wird. Im Gegensatz dazu schätzen 58 % ihre zukünftige Situation als gleichbleibend ein. Auf der anderen Seite sind 31 % der Befragten überzeugt, dass es ihnen in zwei bis drei Jahren schlechter oder viel schlechter gehen wird als heute. Dennoch liegt der Wert auf der Skala des Agrarbarometers mit -2,4 Punkten über dem Wert der Frühjahrsbefragung von -2,8 Punkten.
AgE
