02.09.2026

Kein Reset vom Reset

Foto: Detlef Steinert

Vorsichtiger Optimismus beim Weuthen Kartoffeltag

Im vergangenen Jahr beschwor Ferdinand Buffen angesichts eines Überangebotes am Markt noch, dass die Branche gemeinsam den Reset-Knopf drücken muss. In diesem Jahr gab er sich beim Kartoffeltag des Handelshauses Weuthen optimistischer. Dieser fand am Donnerstag der Vorwoche in Schwalmtal-Waldniel statt und zog wiederum hunderte Besucher an.

Nach dem Krisenjahr 2025 erwartet Buffen nun eine historisch kleine Kartoffelernte in Europa, verursacht durch eine Flächenreduzierung von rund 11 % und Dürreschäden in vielen Anbaugebieten. Eine Ernteprognose sei augenblicklich zwar noch schwierig und es gelte das weitere Wachstum der Bestände abzuwarten. Dennoch schätzt er das Erntevolumen auf 9,0 bis 10,0 Mio. t in Deutschland und zwischen 19,5 und 20,5 Mio. t in Europa. Gleichzeitig warnt er vor Qualitätsproblemen und möglichen Marktanteilsverlusten der europäischen Verarbeitungsindustrie und einer angespannten Versorgung mit Rohstoffen. Chancen sieht er für spezialisierte Kartoffelanbauer und rechnet mit deutlich besseren Marktbedingungen als im Vorjahr.

Der Kassamarkt sei seinerzeit „desas­trös“ gewesen, manche Landwirte hätten sogar Geld bezahlen müssen, um Lagerbestände loszuwerden. Vertragslandwirte hätten dagegen dank korrekt abgewickelter Festpreisvereinbarungen wirtschaftlich deutlich besser dagestanden als häufig dargestellt.

Für Buffen war es der 36. Weuthen-Kartoffeltag und wie er versicherte nicht der letzte in seiner Eigenschaft als Weuthen-Geschäftsführer. Er erteilte angesichts der Ernteerwartungen einem „Reset vom Reset“ eine klare Absage. Opportunismus sei fehl am Platz. Vielmehr sei jetzt ein „langsames Hochfahren der Branche erforderlich“. Dabei stellte er unmissverständlich klar: „Ich meine damit keine unkontrollierte Flächenausdehnung.“

Mehr in LZ 36-2026 ab S. 14.

ds


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