16.09.2026

Landwirtschaft durch AfD-Erfolg bedroht

Foto: imago/dts Nachrichtenagentur

Sorgen um künftige Verfügbarkeit von ausländischen Arbeitskräften

Gravierende negative Folgen für die Landwirtschaft erwartet der Direktor des Leibniz-Instituts für Agrar­entwicklung in Transformationsökonomien, Prof. Alfons Balmann, vom Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Der Agrar­ökonom verwies gegenüber dem Pressedienst Agra-Europe (AgE) auf die Skepsis der AfD gegenüber erneuerbaren Energien, von denen die landwirtschaftlichen Unternehmen erheblich profitierten, sowie die kritische Haltung der Partei gegenüber ausländischen Arbeitskräften. Deren Verfügbarkeit sei für die Betriebe in Sachsen-Anhalt von großer Bedeutung. Zugleich müsse man bedenken, dass über 80 % der Arbeitsleistung von Lohnarbeitskräften komme. Vor diesem Hintergrund könne er den AfD-Erfolg rational nicht nachvollziehen, so Balmann.

Balmann geht ebenso wie der Haupt­geschäftsführer des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt, Marcus Rothbart, davon aus, dass die AfD erheblichen Zulauf aus der Landwirtschaft hatte, nachdem sie bereits bei den Selbstständigen eine Mehrheit bekommen hat. Auch der Hauptgeschäftsführer sieht die Ausländerpolitik der AfD mit Sorge. „Eine Stimmung im Lande, die sich grundlegend gegen Zuwanderung richtet, geht nicht zuletzt zulasten auch der Landwirtschaft“, so Rothbart.

Erstaunlich ist, dass von CDU-Agrar­politikern in Sachsen-Anhalt die erste Forderung nach einem Rücktritt von Ministerpräsident Sven Schulze kam, der in seiner Zeit als Landesagrarminister Anerkennung in den Reihen der Landwirtschaft erhalten hatte. Es dürfe nach diesem Wahlergebnis kein Weiter-so geben, hieß es in einer Verlautbarung des Fachausschusses Landwirtschaft der CDU Sachsen-Anhalt, die noch am Wahlabend herausgegeben wurde. Schulze müsse den Weg für einen Neuanfang in der Partei frei machen.

AgE


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